Weinernte

Fruchtende Blutdolden
zäh zu ziehen
von klebrigen Stengeln,
fleischende Zahnwunden
zu schneiden in grünes Holz.
Chaque jour
je te veux
plus que hier.
Hell ermüdete Augen
in sich täglich
verdunkelnden Gesichtern,
sprengende Schädelsonne,
gebeugte Hitze auf Rücken.
La petite.
Schwärmende Mückenstieben,
vom Winde gepeitscht
gegen Leiblaub.
Und er packt mich
im Genick
wie eine junge Katze.
Toute ma tendresse.
Zärtliches Schneckenverstecken
vor sammelnden Gieraugen.
Heranhunden der Porteure
mit Rufen und Pfiffen,
wie sie mit Arabern sprechen,
sich aufzukrümmen,
sich leer zu entlasten.
Si tu es loin de moi…
Tages
Trägzeitziehendes
Tristwerk.

 

Oktober 1999

Archiviert unter Lyrik | 1 Kommentar

1 Kommentar bisher

RSS Feed abonnieren oder TrackBack 'Weinernte'.

  1. 14. Januar 2008 um 19:39 Uhr

    Die Sprachspielerin » Aimée | Literarischer Blog sagt,

    [...] so musste man sich zu ihr stellen, Geliebte, Süße, im Dorf in Südfrankreich zur Weinerntezeit, Villerouge, ich achtzehn und sie dreißig, alt damals, für mich, reif, Herbst, [...]

Einen Kommentar schreiben

blogoscoop