Mein Glasherz

Für A. 

Ich kann Dir keinen Vorwurf machen,
wenn Du in kalten Winternächten
mit glaskühlen Fingern nach meinem Herzen
greifst, leise,
denn nachdem Du für die Ewigkeit einer Nacht,
mir gehörtest,
verlor ich Dich
im Schneegestöber eines nächtlichen Weiß,
in kaltklarer Glasluft,
im Taxischeinwerferschimmer,
in der Mitte der stillen Nachtstadt,
Flocken auf Deinem Haardunkel
und Dein Gesicht mit den Lippen,
schön zum Niederknien,
wird kleiner.

Ich gehe davon,
mit schneegefederten Schritten,
aber Du
hältst mein Glasherz
in Händen
und nur ich weiß,
dass wir uns nicht wiedersehen werden,
dass da wo ich hingehe
jemand wartet
auf mich.

Und mein gläsernes Herz
bleibt
in Deinen Händen.

Archiviert unter Lyrik | 1 Kommentar

1 Kommentar bisher

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  1. 9. Oktober 2007 um 10:47 Uhr

    Marcus sagt,

    Wow, ich mag es sehr. Vor allem der Einstieg mit “glaskühlen” Fingern. Etwas, das man gut selber nachfühlen kann.

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