Tocotronic – Im Zweifel für den Zweifel

Ein Text so großartig, dass ich ihn hier einfach mal unkommentiert einstellen möchte. Von Tocotronic, versteht sich, von der wunderbaren neuen CD “Schall und Wahn”:

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für den Zweifel
Und für die Pubertät
Im Zweifel gegen Zweisamkeit
Und Normativität

Im Zweifel für den Zweifel
Und gegen allen Zwang
im Zweifel für den Teufel
Und den zügellosen Drang

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für Verzärtelung
Und für meinen Knacks
Für die äußerste Zerbrechlichkeit
Für einen Willen wie aus Wachs

Im Zweifel für die Zwitterwesen
Aus weit entfernten Sphären
Im Zweifel fürs Erzittern
Beim Anblick der Chimären

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Mir bleibt noch zu erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für den Zweifel
Und die Unfassbarkeit
Für die innere Zerknirschung
Wenn man die Zähne zeigt

Im Zweifel fürs Zusammenklappen
Vor gesamtem Saal
Mein Leben wird Zerrüttung
Meine Existenz Skandal

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Reinhören kann man in den Song übrigens hier bei myspace.

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Einstellungssituation an Gymnasien nach dem Referendariat in Bayern

Nur 5% der Referendare, die Fächerkombinationen mit Deutsch oder modernen Fremdsprachen haben und jetzt zum Halbjahr 2010 ihr Referendariat beendet haben, bekommen eine Anstellung als Gymnasiallehrer an bayerischen Schulen, während es im letzten Halbjahr noch 100% der Bewerber waren. Während letztes Halbjahr also alle Referendare bis zu Notenschnitten von 3,5 übernommen wurden, liegt der Einstellungsschnitt bei Deutsch/Geschichte (Lehramt Gymnasium) jetzt plötzlich angeblich bei 1,1 usw. (die Zahlen gehen etwas auseinander). Von 90 Referendaren mit Deutsch oder modernen Fremdsprachen werden anscheinend bayernweit nur 4 in den Staatsdienst übernommen. Die Referendare bekommen auch keine Angestelltenverträge, sie müssen sich selbst Aushilfsverträge organisieren (wobei viele Bewerbungsfristen inzwischen schon abgelaufen sind) oder aber Hartz IV beantragen (Arbeitslosenhilfe bekommt man nicht, wenn man zuvor “nur” als Beamter tätig war). Die Referendare sind hiervon völlig überrascht worden, nur vier Wochen vor Ablauf ihrer Beschäftigung wurde es ihnen bekannt gegeben, sodass sie sich nicht darauf einstellen oder vorbereiten konnten. Der Unterricht an den Gymnasien wird immer mehr von Referendaren statt von fertig ausgebildeten Lehrern oder aber auch von Aushilfen bestritten, denn diese kosten natürlich deutlich weniger. Mehr zu dieser Situation hier beim Bayerischen Philologenverband. Der Philologenverband lädt deshalb zu einer Pressekonferenz mit dem Titel “…ene mene meck und du bist weg! – Dramatische Wende auf dem Arbeitsmarkt für Gymnasiallehrer”, am Dienstag, den 19. Januar 2010, 10.00 Uhr, in der Geschäftsstelle des Bayerischen Philologenverbandes, Implerstraße 25 a, 81371 München (gleich bei der U3/U6-Haltestelle Implerstraße). Es kann sicher nicht schaden, wenn hier viele aktuell betroffene Referendare Präsenz zeigen!

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Rot

Kerstin Klein, die mehrere Blogs hat (hier, hier und hier), hat im neuen Jahr 2010 ein Projekt-Blog gestartet, in dem es um die Frage geht “Was bedeutet ROT für Dich” oder auch “What is RED for you“. Jeden Tag wird dazu eine Antwort veröffentlicht. Ich habe natürlich gerne mitgemacht und mein Gedicht wurde am 9. Januar dort veröffentlicht. Hier ist es nochmal:

Rot

Vielleicht
das Blinken am Telefon, wenn
Du mir eine Nachricht
hinterlässt oder
das Herz, das
ich Dir male.

Rot ist,
wenn wir uns küssen.

Wenn Du Deinen Namen
in mein Herz ritzt,
das ist rot.

Ich weiß ja nicht genau, ob Kerstin genug Teilnehmer hat, aber das Jahr hat noch viele Tage und wenn jemand Lust hat mitzumachen, kann er bestimmt gerne bei Kerstin anfragen (Mailadresse findet sich im Blog).

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Knutschen und Nietzsche – Mehr Bildung in Blogs

Literatenmelu hat in ihrem Blog dazu aufgerufen, bei ihrer Aktion “Mehr Bildung in Blogs” mitzumachen. Nachdem es nur gilt, einige Fragen zu beantworten, ich mich eben wieder ans Bloggen gewöhne und es außerdem etwas zu gewinnen gibt, lege ich jetzt also einfach mal los:

1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Das beste an meiner Schulzeit war wahrscheinlich Knutschen und Nietzsche. Mit dem Knutschen habe ich recht bald angefangen und den Unterhaltungswert zu schätzen gelernt und deshalb auch nicht damit aufgehört, als ich irgendwann noch lieber Nietzsche unter der Schulbank las. Ab der 9. war ich in einer Klasse mit 20 Jungs und 2 Mädchen, ich hatte also Auswahl. Ansonsten war die Schule eher langweilig, meine Noten waren ohne große Anstrengungen gut und eine Zeit lang war ich jede Woche ungefähr einmal nicht in der Schule, was weder mir noch meinen Noten geschadet hat. Höchstens dem Knutschen.

In der 10./11. Klasse war mir dann so langweilig, dass ich nicht nur während der Schulzeit unter der Bank gelesen (oder geschrieben) habe, sondern gleich studieren musste. Nachmittags ging ich also in die Hochschule für Politik, um Philosophie zu studieren. Apropos, mein großartigster Lehrer – trotz Nietzsche und trotzdem ich immer erklärte Atheistin war – war sicherlich mein Lehrer in katholischer Religion, Herr Hilz-Merthan, den ich immer jedem Ethiklehrer (zu dem ich ja freiwillig hätte gehen können) vorgezogen habe und dem ich bis zum Abitur treu blieb.

Dann gab es noch den alten Physiklehrer, der der Ansicht war, Mädchen können in Physik sowieso nichts, was meinen Ehrgeiz so anstachelte, dass ich in diesem Schuljahr nur Einser hatte. Meinen Griechisch-Lehrer mit seinen liebenswerten Macken und dauernden Zahnproblemen werde ich sicher auch nie vergessen, genausowenig wie meine Latein- und Deutschlehrerin in der 5./6. Klasse, die streng und gut und nett war, aber manchmal Strumpfhosen unterm Rock trug, durch die man ihre langen Haare an den Beinen sehen konnte.

Das mit dem Nietzsche (und Sartre und Camus und Hesse und Mann und was weiß ich alles) unter der Schulbank hatte aber auch zur Folge, dass “unwichtigere” Fächer völlig an mir vorüber gezogen sind. Hatte ich jemals Erdkunde? Keinen blassen Schimmer. Wirtschaft und Recht? Sozialkunde? Chemie? Kann mich nicht erinnern…

2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Da wären zum einen natürlich Stift und Papier, welchen ich immer große Aufmerksamkeit gewidmet habe, die Hefte und Hausaufgabenhefte mussten “schön” sein, wurden teilweise aus Frankreich importiert (später auch die Ordner), um etwas “besonderes” zu haben und mit Stiften wurde viel herumexperimentiert: verschiedene Füller (normal und mit Kolben, teils mit abgeschrägter Feder etc.), verschiedenfarbige Tinten (grün, rosa, lila…), ein Schuljahr lang habe ich auch fast nur mit Bleistift geschrieben. Schreiben habe ich immer gemocht, was die Lehrer dazu sagten, die die Farbexperimente nicht immer begrüßten, war mir egal.

Die Lehrer arbeiteten natürlich mit Tafel+Kreide und auch mal dem Overheadprojektor, ich kann mich auch an wunderschöne, riesige Karten im Geschichts- und Griechischunterricht erinnern (den Erdkundeunterricht habe ich ja wie gesagt verpasst), wobei allerdings am spannendsten war, wer die Karten holen durfte und dann wie und mit wie vielen Unfällen an den Kartenständer hängte (was möglichst viel Zeit in Anspruch nehmen sollte). In Bio gab es manchmal irgendwelche 16mm-Filme, die waren toll. Und in Englisch haben wir auch mal ein Lied auf Kassette angehört, das natürlich alle grauenhaft fanden. Aus Prinzip. Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

Trotz meiner Begeisterung für Bücher konnte ich mich für Schulbücher nie wirklich erwärmen und habe sie so gut es ging geschleppt und ignoriert. Ach ja, einen Computerraum gab es an der Schule auch, ja genau, einen, aber ich kann mich nur an ca. 2 Besuche erinnern und an irgendwelche Spiele, die man dort dann spielte. Aber vielleicht habe ich auch einfach nicht aufgepasst.

3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Oh, na darüber schreibe ich besser ein andermal, das würde den Rahmen hier sprengen. Und vielleicht mache ich das auch erst, wenn ich mit der “Lehrerausbildung” fertig bin. Nur so viel: es würde sehr helfen, wenn man irgend jemanden hätte, der einen durch diese schwierige Zeit leitet und wirklich “betreut” und der einen nicht gleichzeitig auch bewertet, denn so jemanden gibt es in Bayern im Referendariat nicht. Und klar, an der Uni müsste auch schon vieles anders laufen.

4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Doch, gerne, habe es schon zwei Mal versucht, einmal mit der “Romantischen Schule” und einmal mit der “Klassikklasse”, beide Male in einer 12. Klasse, Grundkurs Deutsch, mit unterschiedlichem Ergebnis, würde ich sagen. Auch das will an anderer Stelle noch genauer analysiert werden.

5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Ehrlich gesagt kenne ich mich da weder mit entsprechenden Online-Angeboten noch mit Nachhilfe generell genug aus, um diese Frage sachkundig beantworten zu können. Ergänzen? Warum nicht. Ersetzen? Ich glaube, es ist unersetzbar, dass ein Schüler eine Frage stellt und dann individuell etwas erklärt bekommt.

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Dinge

sich dabei zusehen
wie man dinge
genau falsch
macht

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Rückblick 2009 – diesmal als Stöckchen/Liste

Nachdem ich das bei den anderen immer so furchtbar gerne lese und spannend finde, habe ich die Liste dieses Jahr doch auch mal ausgefüllt.

1. Zugenommen oder abgenommen?

Erst zugenommen, dann seit dem Sommer wieder abgenommen, beides stressbedingt, schätze ich. Insgesamt wahrscheinlich alles beim Alten.

2. Haare länger oder kürzer?

Deutlich länger, nur mal Spitzen schneiden lassen…

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Hoffentlich nicht noch kurzsichtiger.

4. Mehr Kohle oder weniger?

Hm, mehr, vorher habe ich gar nichts verdient, jetzt immerhin das Referendarsgehalt. (Ob man damit HartzIV-Niveau erreicht, ist allerdings nicht abschließend geklärt.)

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

Wahrscheinlich mehr, wenn man an die ganzen Schulbücher und -Materialien denkt, die Schulbuchverlage haben wirklich verdient an mir! Und dann die Waschmaschine…

6. Mehr bewegt oder weniger?

Etwas mehr. Wieder im Sportstudio angemeldet und mit Yoga angefangen, auch wenn das durch relativ häufige Krankheiten nicht immer so umsetzbar war wie gewünscht…

7. Der hirnrissigste Plan?

Hm. Eigentlich hatte ich keine Zeit für hinrissige Pläne…

8. Die gefährlichste Unternehmung?

Jeden Tag wieder in die Schule gehen.

9. Der beste Sex?

Oh ja!

10. Die teuerste Anschaffung?

Die Waschmaschine, nachdem die alte ihren Geist aufgegeben hat. Nur der Herd, der jetzt auch kaputt ist, wird wohl noch teurer…

11. Das leckerste Essen?

Sicherlich das 5-Gänge-Klassikmenü bei Schuhbeck. Gefolgt vom Menu im Marais und den leckeren Tortellini in brodo in Bologna. Und von schwäbischen Linsen mit Spätzlen und den vielen Hühnersuppen, die wir dieses Jahr gekocht haben.

12. Das beeindruckendste Buch?

Hach, hätte ich doch letztes Jahr schon eine Liste geführt und wüsste, was ich alles gelesen habe… War aber ohnehin nicht so viel. Il tailleur grigio von Andrea Camilleri (noch nicht übersetzt) war jedenfalls sehr gut…

13. Der ergreifendste Film?

Hm. Das ist schwierig, wirklich schwierig. Auf DVD vielleicht Geh nicht fort, den musste ich gleich 2x sehen. Für Kino war wirklich wenig Zeit. Das weiße Band war interessant…

14. Die beste CD?

Vielleicht El radio von Chris Garneau. Und bei der italienischen Musik Safari von Jovanotti.

15. Das schönste Konzert?

Waren auch nicht so viele dieses Jahr. Also würde ich sagen Notwist im Volkstheater gewinnen kurz vor dem on3-Radio-Festival bzw. Bavarian Open im Funkhaus (wo überraschenderweise Pete Doherty auftauchte, was sicherlich aber nicht der Höhepunkt des Konzertes war).

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?

…meinem Computer (Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen mit Tabellen, Seminarberichte, Stoffverteilungspläne etc.)

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?

Dem Lieblingsmenschen. Und Freunden. Und sehr netten Kollegen.

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?

Alles ist schrecklich.

19. 2009 zum ersten Mal getan?

Yoga gemacht.

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?

Im Meer gebadet? Naja, sooo lange war’s auch wieder nicht her.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Wie, nur drei?
Lehrproben, Seminarberichte und Protokolle, viele Fachsitzungen, Korrekturen, nervige Klassen, Nachtschichten, Stress, Unterrichtsbesuche, Lärm, zu wenig Schlaf abwechselnd mit Schlaflosigkeit – oh, da fiele mir noch jede Menge ein.

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Wird noch nicht verraten.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Hm.

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das diesjährige Weihnachtsgeschenk vom Lieblingsmenschen war schon sehr fein… Und der Adventskalender inkl. der roten Stiefel ja sowieso.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Okay, lass’ uns drüber nachdenken.”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

?

27. 2009 war mit einem Wort …?

Schrecklich. Mit kurzen Lichtblicken.

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Bücher 2010

L. Frank Baum: The wonderful wizard of Oz
James M. Barrie: Peter Pan
Andrea Camilleri: Racconti di Montalbano
Benjamin Stein: Die Leinwand
Petra Reski: Palazzo Dario
Michael Ende: Momo
Paul Hühnerfeld: Der Kampf um Troja
Grammatik – Praxis und Hintergründe (Praxis Deutsch Sonderheft)
Gita Lehr: Die Lewins
Hamburg-Reiseführer
Glas/Schlagbauer: Pädagogik am Gymnasium
Helge Timmerberg: Das Haus der sprechenden Tiere
Stephenie Meyer: Twilight

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Filme 2010

DVD

Der Club der toten Dichter (1.1.2010)
Sex and the city: Season 1 (ab 2.1.2010 bis 22.1.2010)
Gangs of New York (15.1.2010)
Ally McBeal: Season 1 (ab 31.1.2010)
Y tu mamá también (6.2.2010)
Der Vorleser (6.3.2010)
Secretary (28.3.2010)
James Bond – Die Welt ist nicht genug (3.4.2010)
Twilight (10.4.2010)
Grey’s Anatomy – 1. Staffel (ab 13.4.2010)

Kino

Nord (Regie: Rune Denstad Langlo) (am 23.12.09, Kinostart 07.01.2010)
Same Same but different (20.1.2010)
Welcome (3.2.2010)
Verdammnis (7.2.2010)
Ajami (10.3.2010)
A single man (31.3.2010)
Precious (18.4.2010)
Avatar (7.5.2010)

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Listen

Angeregt von anderen Bloggern (u.a. isabo, kaltmamsell oder ankegröner) habe ich beschlossen, für das schöne neue Jahr 2010 auch endlich mal Listen anzulegen und zwar eine für Filme und eine für Bücher. Nachdem ich aber ein so ungeduldiger Mensch bin und nicht warten kann, bis das Jahr herum ist, um die Listen zu veröffentlichen, fange ich einfach sofort an und editiere dann daran herum bis zum Jahresende, sodass der momentane Status für jeden der mag jeweils einzusehen ist. Und am Jahresbeginn 2011 wird dann sicherlich nochmal feierlich und hoffentlich stolz auf die Listen verlinkt.

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Rückblick – Vorschau

2009 war wahrscheinlich das schlimmste Jahr, das ich jemals hatte, schlimmer als ich es mir hätte vorstellen können. Und das ist mit nur einem Wort recht gut erklärt: Referendariat. Ich weiß nicht, warum das so sein muss, ich verstehe es nicht, aber es ist wohl ein Prinzip, wen man auch fragt: anstrengend, stressig, unangenehm, frustrierend, nervend, schlafraubend, deprimierend, belastend und es bedeutet schrecklich viel Arbeit, fast keine Freizeit, dauernde Kontrolle, dauernde Beobachtung, ständige Bewertung jeder Kleinigkeit, ständige Anspannung, Burn-Out noch vor dem eigentlichen Beginn, die Hölle, durch die man gehen muss.

Im letzten Jahr zehn verschiedene Klassen an zwei Schulen unterrichtet und drei Lehrproben gehabt, alle gut bestanden, aber dennoch die schlimmsten Prüfungen, die ich je hatte. Viel zu viele Tränen geweint, weil ich nicht mehr konnte, aber eigentlich für nichts, völlig umsonst. Natürlich viel gelernt, aber das hätte auch unter anderen, besseren Bedingungen stattfinden können. Ans Aufgeben gedacht und diesen Plan wieder aufgegeben, zum Durchhalten entschlossen.

Ich habe hier kaum etwas geschrieben, weil es schwierig geworden ist. Einerseits aus zeitlichen Gründen, ich schaffe das einfach nicht so nebenbei. Wenn man oft von 6 (aufstehen und in die Schule gehen) bis 12 (Unterrichtsvorbereitung abschließen oder Seminarbericht fertigschreiben oder oder) arbeitet, dann stellt sich auch nicht die rechte Inspiration ein. Vor zwei Jahren saß ich Weihnachten noch im Zug und habe Gedichte geschrieben. Diese Weihnachten saß ich im Zug und habe korrigiert. Die Arbeit nimmt man immer mit, als Lehrer hat man nie “Feierabend” und deshalb ist es schwer, sich Zeit zum Schreiben zu nehmen. Andererseits ist es ebenso schwierig, hier über mein Leben zu berichten, unter meinem echten Namen, der im Netz auffindbar ist, von Kollegen, Schülern etc. Und dann möchten meine werten Leser bestimmt nicht jede Gefühlsschwankung mitmachen, die ich so durchmache…

Im letzten Jahr für meine Verhältnisse (eigentlich bin ich nicht sehr anfällig) sehr oft krank gewesen, nach der letzten Lehrprobe hat es mich gleich zerbröselt, jetzt schnupfe ich schon wieder vor mich hin, aber das ist sicher auch einfach zu erklären.

Trotz allem: ich habe jemanden gehabt, an dem ich mich festhalten konnte und der mich festgehalten hat. Der mich ausgehalten hat, obwohl ich oft unausstehlich war, der mich aufgebaut hat, wenn es sein musste (und es musste oft). Mit dem ich schöne Stunden, Tage, Ferien verbracht habe, einen tollen Sommerurlaub mit See und Meer und Sonne und Zelt und Hotel und Wein und Pasta und Pizza und wie es sein soll. Und es gab auch einige schöne Abende mit Freunden und gutes Essen (vor allem gehäuft gegen Jahresende), das muss man diesem Jahr lassen.

Trotzdem wünsche ich mir, dass das nächste Jahr “besser” wird. Bis Juli heißt es noch die Zähne zusammenbeißen und durchhalten, obwohl die letzte Wegstrecke auf dem Weg zum 2. Staatsexamen sicher nicht lustig wird: es stehen eine weitere Lehrprobe, viele Unterrichtsbesuche und viele mündliche Prüfungen an und das in enger Abfolge. Also Augen zu und durch oder so ähnlich. Und dann werde ich das mit dem Glücklich-Sein mal wieder in Angriff nehmen, mal sehen, ob ich das doch noch nicht verlernt habe… Und das mit dem Schreiben und Bloggen hoffentlich auch.

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