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	<title>Die Sprachspielerin &#187; Dazwischen</title>
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	<description>Literaturblog :: Texte &#38; mehr</description>
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		<title>Ein ♥ f&#252;r Blogs &#8211; Empfehlung meiner Lieblingsblogs</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 10:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So, das wird jetzt schwierig. Zu dieser Aktion hat der StyleSpion aufgerufen und es geht darum, die (u.a. durch Twitter verursachte) Blogkrise wieder ein bisschen abzufangen, hoffentlich mit folgendem Ergebnis: &#8220;Im Idealfalle entdecken wir alle neue Perlen und sorgen daf&#252;r, dass man sich untereinander ein wenig vernetzt (ja, so wie fr&#252;her!).&#8221; Und ich kann mich [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>So, das wird jetzt schwierig. Zu dieser Aktion hat der <a href="http://stylespion.de/ein-fuer-blogs/3889/" target="_blank">StyleSpion aufgerufen</a> und es geht darum, die (u.a. durch Twitter verursachte) Blogkrise wieder ein bisschen abzufangen, hoffentlich mit folgendem Ergebnis: &#8220;<a href="http://stylespion.de/ein-fuer-blogs/3889/" target="_blank">Im Idealfalle entdecken wir alle neue Perlen und sorgen daf&#252;r, dass man sich untereinander ein wenig vernetzt (ja, so wie fr&#252;her!)</a>.&#8221; Und ich kann mich nun nicht so recht entscheiden, wie viele meiner Lieblingsblogs ich euch zumuten kann und soll.</p>
<p>&#220;ber <a href="http://www.sprachspielerin.de/2009/01/16/literaturblogs/" target="_blank">literarische Blogs</a> habe ich ja vor einiger Zeit schon geschrieben, da wurde eigentlich das meiste genannt, was mich in dem Bereich interessiert und anspricht. Nochmal hervorheben will ich vielleicht die <a href="http://niemandslandtage.twoday.net/" target="_blank">Niemandslandtage</a>, auch wenn diese zur Zeit nur sporadisch bef&#252;llt werden. Was mir auch immer gro&#223;es Vergn&#252;gen macht, das sind die Texte bei <a href="http://ppt.antville.org/" target="_blank">passe.par.tout</a> und bei <a href="http://modeste.twoday.net/" target="_blank">melancholie modeste</a>. Nicht vergessen darf man nat&#252;rlich auch meine Fast-Nachbarin Frau <a href="http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/" target="_blank">Kaltmamsell</a>. Und f&#252;r alle Wissenshaftsinteressierten m&#246;chte ich noch ein relativ neues Blog empfehlen, das t&#228;glich drei der spannendsten Beitr&#228;ge (in Blogs und Online-Medien) aus der Wissenschaft vorstellt und kurz beschreibt, es nennt sich <a href="http://www.scienceblogs.de/3vor10/" target="_blank">3vor10</a>.</p>
<p>Naja, und dann gibt es auch noch jede Menge andere, die ich lese und mag (sonst l&#228;se ich sie ja nicht), aber dazu vielleicht ein andermal bzw. bei meinen <a href="http://www.sprachspielerin.de/links/" target="_blank">Lesezeichen</a>.</p>
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		<title>Schreiben ins Nichts</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 14:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kennt ihr das, wenn am Computer irgendein Fenster auf ist und ihr fr&#246;hlich lostippt, um irgendwas in ein Feld zu schreiben? Und dann seht ihr auf und bemerkt, dass das, was ihr getippt habt, nirgendwo steht? Das gemeinte Feld war nicht angeklickt. Ihr habt zwar geschrieben, aber es ist nirgendwo angekommen, die Worte oder S&#228;tze [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="initial">K</span>ennt ihr das, wenn am Computer irgendein Fenster auf ist und ihr fr&#246;hlich lostippt, um irgendwas in ein Feld zu schreiben? Und dann seht ihr auf und bemerkt, dass das, was ihr getippt habt, nirgendwo steht? Das gemeinte Feld war nicht angeklickt. Ihr habt zwar geschrieben, aber es ist nirgendwo angekommen, die Worte oder S&#228;tze stehen nirgendwo geschrieben, sind einfach verschwunden in den Untiefen des Computers, verschwunden im Nichts.</p>
<p>Ich frage mich manchmal, was mit diesen Worten, mit diesen angefangenen S&#228;tzen passiert, die man ins Nichts schreibt. Ob sie irgendwo gespeichert werden, an einer geheimen Stelle im Computer, in seiner Abstellkammer? Oder ob sie zentral irgendwo gesammelt werden, all diese ins Nichts geschriebenen S&#228;tze der Menschen? Ob es einen Ort gibt, an dem sich Worthaufen befinden, all die S&#228;tze gestapelt, die nirgendwo angekommen sind? Oder ob das Nichts selbst sich langsam anf&#252;llt mit diesen Worten, die geschrieben wurden, aber verloren gegangen sind?</p>
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		<title>Twitterweisheiten</title>
		<link>http://www.sprachspielerin.de/2008/05/23/twitterweisheiten/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 May 2008 11:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dazwischen]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch ich komme immer &#246;fter in die Verlegenheit, twitterabstinenten Freunden erkl&#228;ren zu m&#252;ssen, was Twitter eigentlich sei. Wie ein Blog ist auch Twitter zuerst einfach mal ein Medium, ein Kommunikationsinstrument (und das sagt erstmal &#252;berhaupt nichts &#252;ber die Qualit&#228;t aus). Zwar steht &#252;ber den jeweils verf&#252;gbaren 140 Zeichen die vorgegebene Frage &#8220;What are you doing?&#8221;, [...]


No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ich komme immer &#246;fter in die Verlegenheit, twitterabstinenten Freunden erkl&#228;ren zu m&#252;ssen, was <a title="twitter" href="http://twitter.com" target="_blank">Twitter</a> eigentlich sei. Wie ein Blog ist auch Twitter zuerst einfach mal ein Medium, ein Kommunikationsinstrument (und das sagt erstmal &#252;berhaupt nichts &#252;ber die Qualit&#228;t aus). Zwar steht &#252;ber den jeweils verf&#252;gbaren 140 Zeichen die vorgegebene Frage &#8220;What are you doing?&#8221;, ob oder ggf. wie man diese Frage aber mit seinem Tweet (so hei&#223;t die einzelne &#196;u&#223;erung in Twitter) beantworten will, bleibt einem durchaus selbst &#252;berlassen. So reicht also die Bandbreite, wie man Twitter f&#252;llen kann &#8211; wie bei Blogs &#8211; von banalem (und oft dennoch interessantem) Alltagsgeschw&#228;tz &#252;ber das Essen, die Katzen und das Fernsehprogramm bis hin zu hochwertigen Wortspielen, Aphorismen und jetzt eben auch &#8216;Twitterweisheiten&#8217;.</p>
<p>Alles begann gestern mit einem kleinen Gespr&#228;chsgepl&#228;nkel zwischen der (Wissens-)<a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt" target="_blank">Werkstatt</a> und dem guten <a title="twitter" href="http://twitter.com/bosch" target="_blank">Bosch</a>, der schrieb:</p>
<blockquote><p><a title="twitter" href="http://twitter.com/bosch/statuses/817373996" target="_blank"><span id="msgtxt817373996" class="msgtxt de">Ein Tag ohne neue Follower ist ein verlorener Tag. #twitterweisheiten</span></a></p></blockquote>
<p>worauf die (Wissens-)<a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt" target="_blank">Werkstatt</a> antwortete:</p>
<blockquote><p><a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt/statuses/817374885" target="_blank"><span id="msgtxt817374885" class="msgtxt de">Der n&#228;chste Tweet ist immer der Schwerste! #twitterweisheiten</span></a></p></blockquote>
<p>Damit war also eher zuf&#228;llig der Begriff und die Idee der &#8216;Twitterweisheiten&#8217; geboren, die sich in der Folge eines heftigen Zuwachses erfreuen durften. Einen &#220;berblick (der immerzu aktualisiert wird) findet man dazu auf <a title="twitter" href="http://summize.com/search?q=twitterweisheiten" target="_blank">Summize unter dem Suchbegriff Twitterweisheiten</a>. Von <a title="twitter" href="http://twitter.com/bosch/statuses/817376503" target="_blank">Fu&#223;balltweets</a> und <a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt/statuses/817376043" target="_blank">Sprichw&#246;rtern</a> war man dann bald auch zur <a title="twitter" href="http://summize.com/search?q=twittersophie" target="_blank">Twittersophie</a> gelangt und es gab einen kleinen Durchlauf durch die Philosophiegeschichte, von den Vorsokratikern <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/817454483" target="_blank">Heraklit</a> und <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/817457000" target="_blank">Xenophanes</a> &#252;ber den Sophisten <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/817459774" target="_blank">Protagoras</a> und <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/817463951" target="_blank">Sokrates</a> schlie&#223;lich <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/818178958" target="_blank">auch</a> zu <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/818177221" target="_blank">Aristoteles</a>. Man l&#246;ste sich aber auch von den Griechen und stie&#223; &#252;ber <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/818174111" target="_blank">Kant</a> bis zu <a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt/statuses/817448103" target="_blank">Heidegger</a>, <a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt/statuses/817810447" target="_blank">Camus</a>, <a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt/statuses/817399460" target="_blank">mehrmals</a> sogar <a title="twitter" href="http://twitter.com/Werkstatt/statuses/817400138" target="_blank">Wittgenstein</a> (woraufhin der <a title="twitter" href="http://twitter.com/JanSchmidt/statuses/817436168" target="_blank">Titel Twittgenstein verliehen</a> wurde) und auch zu <a title="twitter" href="http://twitter.com/LarsAlberth/statuses/818181769" target="_blank">Deleuze</a> vor.</p>
<p>Besonders freut mich, dass unsere Twitterweisheiten schon weltweit Anh&#228;nger gefunden haben und von Isabella Mori (<a title="twitter" href="http://twitter.com/moritherapy" target="_blank">moritherapy</a>) inzwischen in einem <a title="twitter" href="http://www.alphablogs.net/article/twitter-wisdoms/" target="_blank">sehr vergn&#252;glichen Blogpost</a> teilweise ins Englische &#252;bersetzt wurden. Daraufhin musste ich nat&#252;rlich auch gleich eine <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/817793396" target="_blank">englische Twitterweisheit</a> tweeten. In der Literatur w&#228;ren hier noch einige L&#252;cken zu f&#252;llen (nur <a title="twitter" href="http://twitter.com/bosch/statuses/818175732" target="_blank">Heine</a> tauchte schon auf), auch <a title="twitter" href="http://twitter.com/Sprachspielerin/statuses/817519014" target="_blank">Bibelzitate</a> waren bisher noch sp&#228;rlich ges&#228;t, aber die guten alten Sprichw&#246;rter sind ja auch einfach sch&#246;n, wie dieses hier von<a title="twitter" href="http://twitter.com/textundblog" target="_blank"> textundblog</a>:</p>
<blockquote><p><a title="twitter" href="http://twitter.com/textundblog/statuses/817378458" target="_blank">Reden ist Silber, Twittern ist Gold. #twitterweisheiten<br />
</a></p></blockquote>
<p>In diesem Sinne w&#252;nsche ich euch ein besinnliches Wochenende, es lohnt sich sicher, <a title="twitter" href="http://summize.com/search?q=twitterweisheiten" target="_blank">hier in den Twitterweisheiten</a> zu bl&#228;ttern und ab und an wieder hineinzuschauen, was uns Neues eingefallen ist. Und f&#252;r die, die selbst (noch) kein Twitter haben: hinterlasst doch eure Twitterweisheiten einfach hier in den Kommentaren, ich twittere sie dann sehr gerne stellvertretend f&#252;r euch! Hier im Blog klappt das jetzt &#252;brigens auch endlich besser, dass meine letzten Tweets rechts unten angezeigt werden.</p>
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		<title>Von Bibliotheken</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 10:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich liebe ja B&#252;cher &#252;ber alles. Ich mag sie in der Hand halten und sp&#252;ren, ich mag in ihnen bl&#228;ttern, ich mag sie &#8216;begreifen&#8217;, ihren Einband und die einzelnen Seiten, ich mag sie rascheln h&#246;ren und ihren Geruch atmen. Und ich will B&#252;cher, die ich lese, auch immer am liebsten besitzen, ausleihen ist nicht so [...]


No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liebe ja B&#252;cher &#252;ber alles. Ich mag sie in der Hand halten und sp&#252;ren, ich mag in ihnen bl&#228;ttern, ich mag sie &#8216;begreifen&#8217;, ihren Einband und die einzelnen Seiten, ich mag sie rascheln h&#246;ren und ihren Geruch atmen. Und ich will B&#252;cher, die ich lese, auch immer am liebsten besitzen, ausleihen ist nicht so meins. Um ehrlich zu sein, gehe ich aber dann auch nicht gut mit meinen B&#252;chern um (also ist es auch besser, wenn sie nicht ausgeliehen sind), es d&#252;rfen ruhig Eselsohren hinein, meine B&#252;cher werden aufgeschlagen unsanft auf den Bauch gelegt, meine B&#252;cher werden mit in die Badewanne genommen, mit zum Fr&#252;hst&#252;ck, mit an den Strand.</p>
<p>F&#252;r mich sind sie dann aber nicht &#8216;besch&#228;digt&#8217;, f&#252;r mich sind sie dann erst so richtig &#8216;mein&#8217;, erobert durch den sichtbaren Gebrauch. Ich mag die von der Feuchtigkeit zerknitterten Seiten, die gebrochenen Buchr&#252;cken, die Wasser-, Kaffee-, Marmeladen- oder Tomatenso&#223;enflecken, ich mag den Sand, der noch Jahre sp&#228;ter beim Aufschlagen herausrieselt und die plattgedr&#252;ckten M&#252;cken, die ich mit dem Buch gefangen habe. Ich mag es, wenn man auf den ersten Blick sieht: oh, dieses Buch ist nicht neu, es wurde gelesen, es wurde geliebt.</p>
<p>In manchen Phasen meines Lebens habe ich so viele B&#252;cher erstanden (nat&#252;rlich mehr als ich lesen konnte), dass jemand einmal zu mir sagte, ich kaufe B&#252;cher wie andere Leute Brot. Ich habe B&#252;cher wirklich gerne, egal ob neue oder gebrauchte, egal ob frischgedruckte oder nat&#252;rlich noch lieber sehr alte, ich kann mir ein Leben ohne B&#252;cher schlichtweg nicht vorstellen. Und ich liebe nat&#252;rlich B&#252;cherregale, die sich unter dem Gewicht der B&#252;cher nur so biegen, und am liebsten sind mir W&#228;nde, die man gar nicht sieht, weil sie n&#228;mlich ganz und gar von B&#252;cherregalen bedeckt sind (auch wenn dazu mein Geld und Platz zu Hause nat&#252;rlich nicht reichen).</p>
<p>Was ich aber dennoch nicht mag &#8211; und das erstaunt nach allem Gesagten vielleicht (von der Liebe auch zu alten, benutzten B&#252;chern und der Liebe zu fl&#228;chendeckenden B&#252;cherregalen) &#8211; was ich also trotz allem nicht mag, sind Bibliotheken. Zumindest nicht die zahlreichen Abarten von Universit&#228;tsbibliotheken. Ich gebe ja zu, dass das ungerecht und unlogisch ist, denn nirgends sonst findet man schlie&#223;lich so viele B&#252;cher, druckfrische wie Erstausgaben, nirgendwo sonst so wenig sichtbare W&#228;nde, weil alles von B&#252;chern bedeckt ist und nirgendwo sonst kommt man &#252;berhaupt an bestimmte B&#252;cher heran, die vergriffen, alt, nicht wieder aufgelegt etc. sind. Und ja, Bibliotheken k&#246;nnen wirklich sch&#246;n sein, wie uns gerade wieder die <a title="Wissenswerkstatt" href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/10/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/" target="_blank">Wissenswerkstatt mit einigen sehenswerten Fotos von Pracht-Bibliotheken</a> gezeigt hat.</p>
<p>Sobald ich aber eine der meist weniger pr&#228;chtigen Universit&#228;tsbibliotheken betrete, wird trotz meiner B&#252;cherliebe mein Mund staubtrocken und ich selbst entsetzlich m&#252;de. Alles was dann kommt, finde ich nur noch sehr, sehr anstrengend. Das beginnt ja schon mit den kleinen Schlie&#223;f&#228;chern, vierzig Zentimeter hoch, aber oben haben sie doch einen Haken, an dem man seine Jacke aufh&#228;ngen soll: wessen Jacke passt denn da rein, ohne auf dem Schlie&#223;fachboden zu schleifen? Irgendwelche Baby- oder Zwergenjacken vielleicht, aber das sind ja dann doch die eher ungew&#246;hnlichen Bibliotheksbesucher. Trotzdem, irgendwie quetscht man dann (denn gerade im Winter, wenn man mit Tasche und dickem Mantel kommt, ist es nichts anderes als quetschen) doch noch alles ins Schlie&#223;fach, bem&#252;ht sich noch, das richtige Geldst&#252;ck zu finden (denn nein, die Bibliotheken k&#246;nnen sich nicht einigen, ob sie zu diesem Zweck nun 1- oder 2-Euro-St&#252;cke haben wollen und so hat man nat&#252;rlich immer gerade das falsche Geldst&#252;ck zur Hand) und schlie&#223;t ab.</p>
<p>Man l&#228;chelt ersch&#246;pft und will den Schl&#252;ssel irgendwohin stecken, wirft aber noch einen kurzen Blick darauf: am Schl&#252;ssel befindet sich kein Anh&#228;nger mit der Nummer des Schlie&#223;fachs. Das war ja eigentlich klar, denn selbst bei ganz neu installierten Schlie&#223;f&#228;chern fehlen nach allerk&#252;rzester Zeit die allermeisten Nummernanh&#228;nger an den Schl&#252;sseln. Sammelt die eigentlich irgendjemand? Gehen Leute gezielt in Bibliotheken, um ihre Kollektion von Schlie&#223;fachschl&#252;sselanh&#228;ngern aufzubessern? Auf der Suche nach der 375, die ihnen in der Sammlung noch fehlt? Mit einfachem Abrieb ist das Ganze jedenfalls nicht zu erkl&#228;ren, dazu verschwinden zu viele. Was zum Teufel machen die Leute damit? Man versucht sich also wenigstens ungef&#228;hr einzupr&#228;gen, wo das eigene Schlie&#223;fach ist und schreitet dann zur Tat.</p>
<p>Das eigentlich Anstrengende und Enervierende beginnt dann aber erst. Denn hat man die Signaturen der ben&#246;tigten B&#252;chern einmal gefunden, muss man ja noch diese selbst im Regal finden und da frage ich mich jedes Mal, wie es denn sein kann, dass die B&#252;cher, die man sucht, entweder ganz, ganz oben in den Regalen stehen (so dass man sich auf einen Schemel, in anderen Bibliotheken auf eine wenig vertrauenserweckende Leiter begeben muss) oder aber ganz, ganz unten, nur wenige Zentimeter &#252;ber dem Boden (so dass man sich gleich auf den wenig vertrauenserweckenden Teppichboden setzen muss, um sie auch nur ansehen zu k&#246;nnen).</p>
<p>Was in aller Welt machen die Bibliothekare mit dem Rest des Regals, mit all den Regalmetern in der Mitte zwischen diesen Extremen, an die man ganz bequem, ohne Verrenkungen und ohne sich in Gefahr zu begeben herankommen k&#246;nnte? Was um Himmels willen steht da? Sind das nur lauter B&#252;cher-Atrappen, in denen gar nichts abgedruckt ist? Oder sind das absichtsvoll all die B&#252;cher, die nun wirklich niemand braucht und sehen will? Sind das nur Platzhalter, damit man die Bibliotheksbenutzer sehr zielsicher nach ganz oben oder ganz unten jagen kann? Sp&#228;testens an dieser Stelle w&#252;nsche ich mir nur noch sehr viel Wasser (gegen die staubtrockene Luft) und mein Bett.</p>
<p>Man kann jetzt m&#246;glichst schnell einen Kopierer suchen, alles kopieren, was man lesen will und die Bibliothek fluchtartig wieder verlassen, das gelingt meistens aber nicht: erstens sind die sp&#228;rlichen Kopierer sowieso zumeist alle besetzt und die Schlange sehr lang, zweitens br&#228;uchte man eine spezielle Kopierkarte, die es nur drei H&#228;user weiter an einer speziellen Verkaufsstelle gibt und drittens w&#228;re das einfach viel zu viel und viel zu teuer. Man k&#228;mpft also weiter, sucht sich einen Sitzplatz und schl&#228;gt die B&#252;cher auf, die man sich unter Einsatz seiner Kraft und Geschicklichkeit heldenhaft erobert hat.</p>
<p>Wenn man nun versucht, konzentriert zu lesen, sich Stichpunkte zu machen oder vielleicht nur aufzuschreiben, was man unbedingt ben&#246;tigt und doch einfach kopieren m&#246;chte, damit man diesem Ort m&#246;glichst bald entkommen kann, dann trifft man auf ein weiteres Hindernis der Bibliotheksbenutzung: die anderen Bibliotheksbenutzer. Man k&#246;nnte den Eindruck gewinnen, dass diese anderen nur in die Bibliothek gelassen wurden, um einen abzulenken und beim Arbeiten zu st&#246;ren.</p>
<p>Die harmloseste Spezies unter den Bibliotheksbenutzern ist noch die, die dieselbe mit ihrem B&#252;roarbeitsplatz verwechseln und um sich herum ein wildes Sammelsurium an mitgebrachten Sachen installieren, bei denen man sich wundert, dass sie diese &#252;berhaupt alle tragen konnten. Da finden sich nat&#252;rlich b&#252;ndelweise Stifte, verschiedene Sorten, Kugelschreiber, Bleistifte, Buntstifte, Leuchtmarker, Glitzerstifte mit und ohne Duft und so weiter. Au&#223;erdem nat&#252;rlich Spitzer, Locher, Hefter, lange Lineale und was man sonst noch braucht. Dazu kommen dann aber auch noch Kaugummis und Lutschbonbons (was f&#252;r ein Gl&#252;ck, dass man keine Getr&#228;nke und Brotzeit mitnehmen darf, sonst s&#228;hen die Tische dieser Benutzer sicher wie ein kompletter Bahnhofskiosk aus). Au&#223;erdem darf nat&#252;rlich eine Handcreme nicht fehlen, genauso eine Haarb&#252;rste, ein&#8230;, eine&#8230;, die Vielzahl der sorgf&#228;ltig um den Benutzer herum aufgebauten Dinge ist schlicht unersch&#246;pflich und kaum vorstellbar.</p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es auch immer mehr Bibliotheksbesucher, die mit ihren Laptops ankommen, dagegen ist nat&#252;rlich erstmal auch wenig einzuwenden. Nur: bitte macht doch vorher eure Lautsprecher aus! Es nervt unheimlich, wenn alle paar Minuten aus irgendeiner Bibliotheksecke die Windows-Startmelodie zu h&#246;ren ist. So sch&#246;n ist die nicht! Und dann, naja, dann kann man sich schon manchmal &#228;rgern, wenn man sich m&#252;hsam einen Platz gesucht hat, weil beinahe alle belegt sind und die Bibliothek fast &#252;berquillt, andere aber ganz ruhig auf ihren Pl&#228;tzen sitzen, diese offenbar aber nur belegen, um in aller Ruhe Solit&#228;r spielen zu k&#246;nnen und das nicht nur zwischendurch, sondern beobachtbar stundenlang. Ja, da k&#246;nnte man sich schon fast aufregen.</p>
<p>&#196;rgern kann man sich nat&#252;rlich auch &#252;ber die lauten Gespr&#228;che, die einen aufschrecken und &#252;ber das Absatzgeklapper, das einen immer wieder aufblicken und der vorbeistolzierenden Dame nachblicken l&#228;sst. Man versteht ja, dass jemand Aufmerksamkeit will, das ist ja auch legitim, aber bitte, versucht diese doch irgendwie anders zu erreichen als mit Schuhen, mit denen man ebensogut Flamenco tanzen k&#246;nnte, so einen L&#228;rm machen sie auf jedem Holzboden. Schuhe in Bibliotheken sind ja ohnehin so ein Thema, denn es ist durchaus verbreitet, selbige in der Bibliothek auszuziehen. Meine Meinung dazu: das muss nicht sein! Eure l&#246;chrigen Socken solltet ihr nur eurer Katze daheim zeigen, ich kann auf den Anblick gerne verzichten.</p>
<p>&#220;berhaupt auch nicht zu untersch&#228;tzen ist die mangelnde K&#246;rperhygiene in den Bibliotheken: das f&#228;ngt an mit den unbeschuhten, strumpfsockigen K&#228;sef&#252;&#223;en, die einem da entgegengestreckt werden und geht weiter zur unterlassenen Benutzung irgendwelcher Deodorants. Und nein, ich finde Schwei&#223;geruch nicht konzentrationsf&#246;rdernd, ganz im Gegenteil! Besonders schlimm wird das, wenn man zwar wegen des Nebenmanns Gestank kaum mehr zu atmen vermag, trotzdem aber den Platz nicht wechseln kann, weil die Bibliothek fast &#252;berquillt und alle Pl&#228;tze von Solit&#228;rspielern besetzt werden.</p>
<p>Hat man sich dann wegen all dieser und anderer Widrigkeiten dazu entschlossen, die Bibliothek doch zu verlassen, weil man hier ohnehin keinen Schritt vorankommt, dann kommen noch einige H&#252;rden: erst muss man die aus den Regalen geholten B&#252;cher sorgf&#228;ltig dahin zur&#252;ckstellen, wo sie waren, also ganz oben oder ganz unten ins Regal, sich auf die Leiter schwingen oder auf den Boden kauern (am besten legt man sich b&#228;uchlings flach auf den Boden), dabei, wenn man sich schon in so eine Position gebracht hat, kann man auch gerne noch das ordnen, was die Mitbibliotheksbenutzer da so hinterlassen haben. Denn obwohl diese ja offensichtlich lesen k&#246;nnen (was machten sie sonst in einer Bibliothek?), f&#228;llt ihnen das Signaturen-Lesen und das Ordnen der B&#252;cher nach diesen Zahlen offensichtlich sehr, sehr schwer. &#8216;Durcheinander&#8217; ist oft gar kein Ausdruck f&#252;r das, was man in den Regalen vorfindet.</p>
<p>Hat man die Bibliothek also mit sich unvorstellbarerweise immer noch steigernder Staubtrockenheit des Mundes und schnell weiter anwachsender M&#252;digkeit verlassen, wartet nur noch der letzte Stolperstein: ich habe Bibliotheksbenutzer schon eine halbe Stunde lang in den Reihen der Schlie&#223;f&#228;cher nach &#8216;ihrem&#8217; Schlie&#223;fach suchen sehen, jedes einzelne mit dem Schl&#252;ssel pr&#252;fend, hoffend, dass er da nun doch einmal passt. Letztlich rei&#223;t man nur noch erleichtert seine v&#246;llig zerknitterten Kleidungsst&#252;cke aus dem endlich wiedergefundenen Schlie&#223;fach und schaut, dass man m&#246;glichst schnell zu einem gro&#223;en Getr&#228;nk und einem weichen Bett kommt.</p>
<p>Wie gesagt, ich liebe B&#252;cher und auch ich erstarre angesichts der <a title="Wissenswerkstatt" href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/10/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/" target="_blank">bei Marc gezeigten Prachtbibliotheken</a> und von ihm so genannten &#8216;Kathedralen des Wissens&#8217; genauso wie <a title="Basicthinking" href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/04/10/ehrfurcht/" target="_blank">Robert</a> in Ehrfurcht, aber die Universit&#228;tsbibliotheken: nein, wirklich nicht, die haben damit rein gar nichts zu tun, keine Liebe, keine Ehrfurcht, nichts davon, ich k&#246;nnte richtig gut darauf verzichten.</p>
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		<title>Rowohlt-Liebe zum 100.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 09:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dazwischen]]></category>
		<category><![CDATA[Alltägliches]]></category>
		<category><![CDATA[Bildliches]]></category>
		<category><![CDATA[Germanistisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon immer habe ich den Rowohlt-Verlag geliebt, mein absoluter Favorit unter den Verlagen, nat&#252;rlich wegen der dort ver&#246;ffentlichten Autoren: Simone de Beauvoir ist dort, Jean-Paul Sartre und Albert Camus auch, au&#223;erdem Wolfgang Borchert, Ernest Hemingway, Henry Miller und Philip Roth, Paul Auster und Siri Hustvedt, Virginie Despentes, Nicholson Baker und James Salter, Tahar Ben Jelloun [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Schon immer habe ich den Rowohlt-Verlag geliebt, mein absoluter Favorit unter den Verlagen, nat&#252;rlich wegen der dort ver&#246;ffentlichten Autoren: <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=simone%20de%20beauvoir&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Simone de Beauvoir</a> ist dort, <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=jean-paul%20sartre&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Jean-Paul Sartre</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=albert%20camus&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Albert Camus</a> auch, au&#223;erdem <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=wolfgang%20borchert&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Wolfgang Borchert</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=ernest%20hemingway&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Ernest Hemingway</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=henry%20miller&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Henry Miller</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=philip%20roth&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Philip Roth</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=paul%20auster&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Paul Auster</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=siri%20hustvedt&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Siri Hustvedt</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=virginie%20despentes&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Virginie Despentes</a>,<span style="text-decoration: underline;"></span> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499241242?ie=UTF8&amp;tag=diesprach-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3499241242" target="_blank" title="Amazon">Nicholson Baker</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3833304804?ie=UTF8&amp;tag=diesprach-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3833304804" target="_blank" title="Amazon">James Salter</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=tahar%20ben%20jelloun&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Tahar Ben Jelloun</a> und auch <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=helmut%20krausser&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Helmut Krausser</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=michel%20houellebecq&amp;tag=diesprach-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank" title="Amazon">Michel Houellebecq</a> teilweise, um nur eine unvollst&#228;ndige und v&#246;llig ungeordnete Liste einiger meiner gro&#223;en &quot;Idole&quot; hier anzuf&#252;hren. Ich habe Rowohlt immer geliebt und es war und blieb mein Traum, einmal dort ein Buch zu ver&#246;ffentlichen, mich so einzureihen zwischen diese gro&#223;en Namen.</p>
<p align="justify"> Au&#223;erdem gibt es da nat&#252;rlich auch noch die wunderbaren Rowohlt-Monographien, die ich reihenweise verschlungen habe. &#220;ber die roten Rowohlt-Reihen mit Sartre-B&#252;chern in meinem B&#252;cherschrank und dar&#252;ber, dass ich in einem gewissen Alter immer eines davon mit mir herumschleppte (weshalb einige B&#228;nde auch v&#246;llig zerfleddert sind), hatte ich ja <a title="Sprachspielerin" target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/2008/01/09/simone-und-so/">schon einmal geschrieben</a>. Ich mochte immer dieses K&#252;rzel und das Logo rororo und an den seltsamen Ort &#8216;Reinbek&#8217;, &#252;ber den man sonst wahrscheinlich nie etwas geh&#246;rt h&#228;tte, habe ich mich auch nur anfangs gewundert.</p>
<p align="justify">Ich wollte also ohnehin schon einmal einen Artikel &#252;ber Rowohlt schreiben und ein Loblied singen, jetzt habe ich aber erfahren, dass mein Lieblingsverlag dieses Jahr auch noch seinen 100. Geburtstag feiert (er wurde n&#228;mlich 1808 in Leipzig gegr&#252;ndet), dieser Verlag, &#252;ber den Joachim G&#252;ntner zu diesem Anlass <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/enthusiasmus_und_purzelbaeume_1.688795.html" target="_blank" title="NZZ">in der NZZ schreibt</a>:</p>
<div align="justify">
<blockquote>
<p>Rowohlt ist nicht so gediegen wie S. Fischer, nicht so n&#252;chtern wie C. H. Beck, nicht so intellektuell wie Suhrkamp. Daf&#252;r spritziger, beweglicher, frecher, modischer.</p>
</blockquote>
</div>
<p align="justify">Das bringt es ganz gut auf den Punkt, finde ich: Rowohlt hat dieses gewisse Etwas, ein aufregendes, ein bisschen anr&#252;chiges, anst&#246;&#223;iges, erotisches, modernes und avantgardistisches Etwas, finde ich. Also gehen hiermit die herzlichsten Gl&#252;ckw&#252;nsche zum Geburtstag von mir an meinen Lieblingsverlag! Die<a title="rowohlt" target="_blank" href="http://www.rowohlt.de/100"> Jubil&#228;ums-Website</a> (mit <a title="rowohlt" target="_blank" href="http://www.rowohlt.de/rundgang/index.html">virtuellem Rundgang</a> durchs Verlagsgeb&#228;ude und sogar einem <a title="rowohlt" target="_blank" href="http://www.hierschreibenwir.de/wordpress/index.php">Jubil&#228;ums-Blog</a>) kann sich &#252;brigens wirklich sehen lassen und ist einen Besuch wert!</p>
<p align="justify">Nur eine, eine einzige kleine Kritik habe ich: k&#246;nnt ihr euch noch an die Pfandbrief-Werbung in alten Rowohlt-B&#252;chern erinnern? Erst k&#252;rzlich ist mir in einer etwas &#228;lteren Ausgabe (1970) des Standardwerks von Marian Szyrocki zur <a title="Amazon" target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3150099242?ie=UTF8&amp;tag=diesprach-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3150099242">deutschen Literatur des Barocks</a> (damals in der Reihe &#8216;Rowohlts deutsche Enzyklop&#228;die&#8217;) wieder so eine vergilbte Seite aufgefallen:</p>
<p align="center"><img width="221" height="400" align="absmiddle" style="margin: 10px;" alt="Poetischer_Trichter.jpg" src="http://www.sprachspielerin.de/wp-content/photos/2008_04/Poetischer_Trichter.jpg" /></p>
<p>Der Werbetext dazu lautet (wobei zu beachten ist, dass es sich beim &#8216;<a title="Amazon" target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3487040689?ie=UTF8&amp;tag=diesprach-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3487040689">Poetischen Trichter</a>&#8216; um ein barockes Literatur-Lehrbuch von 1647 von <a title="Wiki" target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Philipp_Harsd%C3%B6rffer">Georg Philipp Harsd&#246;rffer</a><strong> </strong>handelt, das dem Sch&#252;ler die &#8216;Teutsche Dicht- und Reimkunst&#8217; &quot;<em>in Vl. Stunden einzugiessen&quot; </em>f&#228;hig sein soll):</p>
<blockquote><p>Ein poetischer Trichter &#8230; macht aus einem prosaischen Menschen nicht in sechs Stunden einen Dichter und Reimer. Und eine Anzeige macht nicht in sechs Minuten aus einem Autofan einen Eisenbahnfahrer, aus einem Weltenbummler einen Eigenheimsparer, aus einem Wasserscheuen einen Badefreund, aus einem Verschwender einen Sparsamen. So soll hier gar nicht erst versucht werden, den Leichtf&#252;&#223;igen, Prassern, Geldverschleuderern und Sparmuffeln, Habenichtsen und Ewigborgern die &#8216;Teutsche Spar- und Zinskunst&#8217; einzugie&#223;en. [...]</p>
</blockquote>
<p>Und das Frappierende und h&#246;chst Angenehme daran ist ja, dass man sich da wirklich die M&#252;he gemacht hat, die Werbung dem Buch anzupassen, sie thematisch intelligent einzupassen, zus&#228;tzlich noch ein &#8216;barockes&#8217; Bild zu malen und einen ziemlich am&#252;santen, sprachlich durchaus eleganten und ironischen Text dazu zu schreiben! Mir hat das immer sehr gefallen und da kommt meine einzige, kleine Kritik: k&#246;nnte man das nicht wieder machen, diese lustige und h&#252;bsche Pfandbrief-Werbung? Die geh&#246;rte doch irgendwie dazu und fehlt mir schon sehr in den neuen B&#252;chern!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Linktips zum 100. Geburtstag des Rowohlt-Verlags:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.rowohlt.de/100" target="_blank" title="rowohlt">Jubil&#228;ums-Seite</a> des Rowohlt-Verlags</li>
<li><a href="http://www.rowohlt.de/rundgang/index.html" target="_blank" title="rowohlt">Virtueller Rundgang durchs Verlagsgeb&#228;ude</a></li>
<li><a href="http://www.hierschreibenwir.de/wordpress/index.php" target="_blank" title="rowohlt">Jubil&#228;umsblog</a> der Rowohlt-Autoren</li>
<li><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/enthusiasmus_und_purzelbaeume_1.688795.html" target="_blank" title="NZZ">Geburtstagsartikel</a> &quot;Enthusiasmus und Purzelb&#228;ume&quot; von Joachim G&#252;ntner in der NZZ</li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E41842A8B29874E31A5BB34BC06BB42B2~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell" target="_blank" title="FAZ">Interview mit Alexander Fest</a> &quot;Werden wir ewig lesen, Herr Fest?&quot; von Frank Schirrmacher und Felicitas von Lovenberg in der FAZ</li>
<li><a href="http://www.welt.de/kultur/article1780822/Das_Abenteuer_namens_Rowohlt.html" target="_blank" title="Welt">Geburtstagsartikel</a> &quot;So abenteuerlich ging es bei Rowohlt zu&quot; von Uwe Wittstock in der Welt</li>
</ul>
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		<title>Vom Reden und vom Schweigen</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2008 17:08:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dazwischen]]></category>
		<category><![CDATA[Alltägliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich f&#252;hle mich nicht schweigsam. Ich rede nur wenig. In mir l&#228;uft aber immer die Wortmaschine, die Formulierungen sucht und Funken spr&#252;ht, die tuckert und gl&#252;ht, die Wendungen entr&#228;tselt und den rechten Ausdruck im rechten Moment ausfindig macht. Selbst wenn ich dennoch schweige. Das anhaltende Schnurren meiner Gedanken l&#228;sst mich mir selbst nicht schweigsam erscheinen, [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich f&#252;hle mich nicht schweigsam. Ich rede nur wenig. In mir l&#228;uft aber immer die Wortmaschine, die Formulierungen sucht und Funken spr&#252;ht, die tuckert und gl&#252;ht, die Wendungen entr&#228;tselt und den rechten Ausdruck im rechten Moment ausfindig macht. Selbst wenn ich dennoch schweige. Das anhaltende Schnurren meiner Gedanken l&#228;sst mich mir selbst nicht schweigsam erscheinen, auch wenn kein Laut nach au&#223;en dringt, auch wenn ich wei&#223;, dass ich schweigsam bin, weil es mir gesagt wird und weil es mir doch klar ist, wenn ich dar&#252;ber nachdenke und die Worte z&#228;hle, die meinen Mund verlassen.</p>
<p>Kennt ihr den Film <a title="Wiki" target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Piano"><em>Das Piano</em></a>? Die Protagonistin Ada ist stumm, aber sie dr&#252;ckt sich durch ihr Klavierspiel aus und deshalb kommt sie sich selbst gar nicht stumm vor, wie sie sagt. Sie kommuniziert nur anders. &#196;hnlich geht es mir mit dem Schreiben und den Worten in meinem Kopf, die mir schon ausreichend erscheinen, ein Genug an Kommunikation, wenn ich in meinem Kopf diskutiere und streite und abw&#228;ge und entscheide, auch wenn das verborgen bleibt. Wenn es doch nach au&#223;en soll, dann schreibe ich lieber als zu reden.</p>
<p>Und dann erliege ich manchmal der Idealvorstellung einer wortlosen Verst&#228;ndigung, eines Verstehens meines Innersten, ohne dass ich es wortreich nach au&#223;en st&#252;lpen m&#252;sste. Und dann wundere ich mich, wenn es nicht gelingt, wenn die wortlose Konversation der schnurrenden Gedankenmaschinen in uns versagt, wenn es zu Missverst&#228;ndnissen und Streitigkeiten und kleinen Verletzungen kommt, die vermeidbar gewesen w&#228;ren, wenn ich nur geredet h&#228;tte, laut. Dann bin ich ein wenig verletzt, aber vor allem verwundert. Die Maschine in mir l&#228;uft so reibungslos, so ge&#246;lt und glatt, dass es mich erstaunt, dass sie doch nicht nach au&#223;en dringt. Es ist doch alles so klar, die Gedanken so lange gekaut, die Schritte zergliedert, die Gespr&#228;che so genau vorformuliert in mir, weshalb nur wei&#223; der andere nichts davon?</p>
<p>Mein Vater sprach einmal von alten Ehepaaren, die sich so gut kennen w&#252;rden, dass sie nicht mehr miteinander zu sprechen brauchten, weil sie ohnehin schon w&#252;ssten, was der andere d&#228;chte. Ich glaube, er hat das nur einmal erw&#228;hnt, aber dieses Bild hat sich mir tief eingebrannt. Seitdem sehe ich die beiden vor mir, sich gegen&#252;ber in zwei m&#228;chtigen Ohrensesseln sitzend, sich in die Augen sehend und nicht schweigend, nein, still redend, der eine einen Gedanken zum anderen schickend, den dieser schon zuvor erraten hatte, worauf der andere nur mit einem Gedanken zu antworten br&#228;uchte, darauf vertrauend, dass der diese Antwort ohnehin schon lang kenne. Eine sich ewig fortspinnende, ideale Konversation, ohne Missverst&#228;ndnisse und St&#246;rungen, unbeschadet der beiderseitigen Taubheit, bis beide sich zeitgleich wie auf Kommando wortlos aus ihren Sesseln erh&#246;ben und gemeinsam zu Bett gingen, bis sie sich k&#252;ssten und sich schweigend eine gute Nacht w&#252;nschten. So stelle ich mir das vor.</p>
<p>Ich denke, mein Vater meinte diesen Satz eher negativ, diese Alten h&#228;tten sich n&#228;mlich nichts mehr zu sagen, f&#252;r mich wird er aber zum Ideal: nicht sprechen m&#252;ssen, dennoch verstanden werden und nicht mehr schweigsam erscheinen, nur noch schreiben, nicht mehr reden, erkl&#228;ren m&#252;ssen. Obwohl es zu zweit noch einigerma&#223;en geht. Schlimmer wird es erst in gr&#246;&#223;eren Gruppen, etwa ab vier Menschen. Ich mag es nicht, wenn sich mehr als zwei oder maximal drei Augenpaare auf mich richten. Ich sa&#223; schon Abende lang in einer fr&#246;hlichen Runde, mit Menschen, die ich wirklich mochte und mit Gespr&#228;chsthemen, die mich interessierten und sprach dennoch fast kein Wort.</p>
<p>Ich glaube nicht, dass das blo&#223; Sch&#252;chternheit ist. Es ist die Angst, angeblickt zu werden, es ist aber auch einfach das Gef&#252;hl, nicht noch eine Meinung beitragen zu m&#252;ssen, wenn es schon drei zum Thema gibt. Es ist nicht das Gef&#252;hl, nichts zu sagen zu haben, eher ein Bedauern &#252;ber das Ungen&#252;gen des m&#252;ndlichen Ausdrucks, die Bef&#252;rchtung, diese meine ungen&#252;genden Worte k&#246;nnten untergehen im W&#246;rtermeer der anderen, meine Worte seien besser aufgehoben dort wo sie sind: in mir, in meinem Kopf, ausgespuckt von der tuckernden und surrenden, der tackernden und schnurrenden Wortmaschine.</p>
<p>Ich bin nicht schweigsam. Das scheint nur so.</p>
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		<title>Einmal einfach</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Feb 2008 10:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einmal einfach schon mittags eine Flasche Sekt &#246;ffnen, sich ein bisschen betrinken und den Rest des Tages gl&#252;cklich glucksend und kichernd im Bett verbringen.
Einfach mal zum Tortenessen nach Salzburg fahren, sich den Bauch vollschlemmen, bis nichts mehr geht und mozartkugelrund wieder zur&#252;ck.
Sich mal einfach in einem Luxushotel der Heimatstadt einmieten f&#252;r eine Nacht, die wei&#223;en, [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal einfach schon mittags eine Flasche Sekt &#246;ffnen, sich ein bisschen betrinken und den Rest des Tages gl&#252;cklich glucksend und kichernd im Bett verbringen.</p>
<p>Einfach mal zum Tortenessen nach Salzburg fahren, sich den Bauch vollschlemmen, bis nichts mehr geht und mozartkugelrund wieder zur&#252;ck.</p>
<p>Sich mal einfach in einem Luxushotel der Heimatstadt einmieten f&#252;r eine Nacht, die wei&#223;en, frischgeb&#252;gelten Laken genie&#223;en und sich das Fr&#252;hst&#252;ck ganz vornehm aufs Zimmer bringen lassen.&nbsp;</p>
<p>Einmal einfach so, ungeplant und unangek&#252;ndigt &#252;ber die Alpen weg fahren, auf der anderen Seite bei einem Latte macchiato pausieren und dann bis ans Meer und weit hinausschwimmen, egal wie kalt das Wasser ist, Salzwasser schlucken und gl&#252;cklich sein.</p>
<p>Dass man immer nur dran denkt, wenn&#8217;s gerade v&#246;llig <strong>un</strong>m&#246;glich ist und dass man nie auf diese Gedanken kommt, wenn&#8217;s ginge. Als w&#228;re das Dran-Denken doch sch&#246;ner als die Erf&#252;llung. (?)</p>
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		<title>Tomatendosenmissernte</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Feb 2008 08:56:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gesch&#228;lte Tomaten in Dosen (kurz: Dosentomaten oder Tomatendosen) geh&#246;ren ja zu meinen Lieblingslebensmitteln. Ich mache daraus eine einfache Tomatenso&#223;e zu Nudeln oder schw&#228;bischen Maultaschen, ein Sugo mit Staudensellerie und Waln&#252;ssen oder mit Thunfisch zu den Spaghetti oder ein Ragù, also Bolognese-So&#223;e, manchmal auch Ratatouille oder Hackfleischkl&#246;sschen in Rotwein-Tomatensauce (schmeckt sehr lecker zur norditalienischen Polent(in)a) oder [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Gesch&#228;lte Tomaten in Dosen (kurz: Dosentomaten oder Tomatendosen) geh&#246;ren ja zu meinen Lieblingslebensmitteln. Ich mache daraus eine einfache Tomatenso&#223;e zu Nudeln oder schw&#228;bischen Maultaschen, ein Sugo mit Staudensellerie und Waln&#252;ssen oder mit Thunfisch zu den Spaghetti oder ein Ragù, also Bolognese-So&#223;e, manchmal auch Ratatouille oder Hackfleischkl&#246;sschen in Rotwein-Tomatensauce (schmeckt sehr lecker zur norditalienischen Polent(in)a) oder die So&#223;e auf die selbstgemachte Pizza oder zu gef&#252;llten Paprikaschoten und manchmal kommt auch eine Dose ins indisch angehauchte Curry mit Kokosmilch.</p>
<p>Ich brauche die Dinger also wirklich oft. <font size="1">(Und wer jetzt Appetit bekommen hat, der darf gern nach den Rezepten fragen.) </font>&#220;berhaupt schmecken die Tomaten aus der Dose ja auch viel besser als jene frischen aus holl&#228;ndischen Treibh&#228;usern, die nicht einmal wissen, was Sonne ist und ein wenig nach dem Plastik schmecken, in das sie verpackt wurden. Gerade im Winter sind Dosentomaten die Tomaten der Wahl, sie schmecken das ganze Jahr &#252;ber gleich und man ahnt immerhin etwas von dem Sommer, den sie erlebt haben m&#252;ssen.</p>
<p>Nun ist es aber so, dass in meinem &#246;rtlichen Supermarkt, einem T.-Mann (der vor ca. zehn Jahren alle anderen Superm&#228;rkte im Viertel systematisch verdr&#228;ngt und aufgekauft hat, so dass es nur noch T.-Filialen im Viertel gibt, daf&#252;r aber gleich drei davon in n&#228;chster N&#228;he), dass dort also ungef&#228;hr schon die letzten zwei Monate immer wieder die f&#252;r meine hei&#223;geliebten Dosentomaten vorgesehenen Regalbretter mit g&#228;hnender Leere gl&#228;nzen. Die Tomatendosen der gewohnten Marke gibt es schlichtweg nicht mehr und nur ab und zu tauchen Paletten mit Dosen irgendwelcher anderer, nie-gesehener Marken f&#252;r kurze Zeit auf, mit denen man sich eindecken kann, das tun aber auch andere Leute und so sind die Dosen schnellstens wieder ausverkauft, aufgekauft, weg sind sie wieder.</p>
<p>Was ist passiert? Gab es dieses Jahr eine Missernte an Tomatendosen? Ich bin ja auch nicht dumm, ich wei&#223; ja, dass Dosentomaten nicht ganzj&#228;hrig wachsen, auch nicht im S&#252;den, also muss es ja wohl an der diesj&#228;hrigen Ernte liegen. Was ist also diesen Sommer geschehen? Wollten die Bienen nicht anfliegen und verschm&#228;hten die metallisch duftenden Tomatendosenstrauchbl&#252;ten best&#228;ndig, statt sie zu befruchten? Gab es ein Bienensterben wegen Schwermetallvergiftung, weil die Bienen die Tomatendosenstrauchpollen nicht vertrugen? Oder sind Tomatendosenstr&#228;ucher gar Selbstbest&#228;uber und es war den ganzen Sommer &#252;ber absolut windstill?</p>
<p>Herrschte ein solcher Wassermangel in Italien, dass die armen Dosentomatenstauden unter dem Gewicht der schweren Tomatendosen einknickten, geschw&#228;cht? Gab es Hagel oder schlimme Unwetter, die die Tomatendosen von den Str&#228;uchern wehten, ehe sie reif waren und die richtige Gr&#246;&#223;e erreicht hatten? Gab es einen schlimmen Sch&#228;dlingsbefall? Irgendwelche Nagetiere, die es mit evolution&#228;r angepassten Vorderz&#228;hnen endlich schafften, sich auf das &#214;ffnen der Tomatendosen am Strauch zu spezialisieren? Oder ein neuer Dosentomatenwurm, eingeschleppt aus S&#252;damerika?</p>
<p>Vielleicht streikten dieses Jahr auch die Tomatendosenerntehelfer (in Italien wird ja ohnehin dauernd gestreikt), so dass die &#252;berreifen Dosen herabfielen, aufplatzten und verfaulten? Hat die Mafia etwas damit zu tun? Oder Berlusconi, der die Wiederwahlen schon vorausahnte, seinen kommenden Wahlsieg mit einer gro&#223;en Tomatenparty feiern will und die Jahresernte deshalb im Land zur&#252;ckhielt, Italien was den Italienern zusteht oder so?</p>
<p>Irgendetwas muss passiert sein. Steht uns eine Tomatendosenknappheit bevor, gar eine Dosentomatenhungersnot, aber niemand will es schon laut sagen? Ich bin ratlos und verzweifelt.</p>
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		<title>Vom Streicheln</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 10:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Liebliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen werden f&#252;r gew&#246;hnlich gerne gestreichelt. Und menschliche H&#228;nde k&#246;nnen gut streicheln. H&#228;nde k&#246;nnen &#252;ber Haare fahren und &#252;ber Haut, sanft gleiten und streichen, sie k&#246;nnen kitzeln, sich sanft anschmiegen oder massieren, sie k&#246;nnen ganz leicht dr&#252;berhinfliegen oder fester zupacken, H&#228;nde sind wie zum Streicheln gemacht. Und Menschen, Menschen sind dazu gemacht, gestreichelt zu werden.
Aristoteles [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen werden f&#252;r gew&#246;hnlich gerne gestreichelt. Und menschliche H&#228;nde k&#246;nnen gut streicheln. H&#228;nde k&#246;nnen &#252;ber Haare fahren und &#252;ber Haut, sanft gleiten und streichen, sie k&#246;nnen kitzeln, sich sanft anschmiegen oder massieren, sie k&#246;nnen ganz leicht dr&#252;berhinfliegen oder fester zupacken, H&#228;nde sind wie zum Streicheln gemacht. Und Menschen, Menschen sind dazu gemacht, gestreichelt zu werden.</p>
<p>Aristoteles mag damit Recht haben, der Mensch sei ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zoon_politikon" target="_blank" title="Wiki"><em>zoon politikon</em></a>, ein geselliges Lebewesen, der Mensch ist meiner Meinung nach aber noch etwas anderes: ein <em>zoon streichelikon</em>, ein zum Streicheln und zum Gestreichelt-Werden geborenes Lebewesen, ganz klar!</p>
<p>Und Tiere? K&#252;rzlich beobachtete ich einen Hund, wie er sich an sein Frauchen dr&#228;ngte und den Kopf nach ihr reckte und es sichtlich (leise seufzend) genoss, wie sie ihn kraulte und leicht klopfte, wie ihre H&#228;nde durch sein Fell fuhren, wie sie ihn eben streichelte. Das ist ja nun nichts Neues oder Ungew&#246;hnliches, aber erstmals fiel mir doch auf, dass Tiere so etwas ja eigentlich gar nicht k&#246;nnen: sich gegenseitig streicheln.</p>
<p>Man mag es Affen ja rein von der Funktion ihrer Vorderpfoten her betrachtet noch zugestehen, sie k&#246;nnten es motorisch, aber wenn mich nicht alles t&#228;uscht, tun sie es nicht: sie streicheln sich nicht gegenseitig, sie lausen sich. Das ist dann ja doch etwas anderes. Und Katzen oder Nagetiere k&#246;nnen sich vielleicht gegenseitig lecken und putzen, aber von Streicheln schon anatomisch keine Spur. Und V&#246;gel mit ihren Schn&#228;beln &#8211; nein, das ist kein streicheln. Ganz zu schweigen von irgendwelchen Huftieren, wenn die&#8217;s versuchten, w&#252;rde es wohl eher schmerzhaft.</p>
<p>Nun ja, auch Hunde streicheln einander ja nicht, also einer den andren, ihre Pfoten sind nicht dazu gemacht. Ist es da nicht seltsam, dass sie es dennoch zulassen, wenn sie ein Mensch streichelt, dass sie es m&#246;gen und genie&#223;en, nach mehr verlangen, immer wieder? Sind Hunde auch <em>zoa streichelika</em>, zumindest passiv?</p>
<p>Und da frage ich mich dann: fehlt den wilden Hunden, den W&#246;lfen da drau&#223;en, die einsam durch den Wald streifen, nicht vielleicht eine Hand, ab und zu, die sie streichelt?</p>
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		<title>Entzugserscheinungen</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Jan 2008 21:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kann nicht ohne. Es geht nicht. Gestern gro&#223; angek&#252;ndigt, aber ich kann einfach nicht ohne. Mein Innenleben verkraftet das nicht, es hat Entzugserscheinungen, es zittert und wimmert, ich bin s&#252;chtig, es geht nicht ohne Schreiben, koste es was es wolle.
Ich lebe alleine auf einem Flo&#223;, in der Mitte eines gro&#223;en Sees, das dunkelgr&#252;ne Wasser [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann nicht ohne. Es geht nicht. Gestern gro&#223; <a title="Sprachspielerin" target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/2008/01/30/kuerzer-treten/">angek&#252;ndigt</a>, aber ich kann einfach nicht ohne. Mein Innenleben verkraftet das nicht, es hat Entzugserscheinungen, es zittert und wimmert, ich bin s&#252;chtig, es geht nicht ohne Schreiben, koste es was es wolle.</p>
<p>Ich lebe alleine auf einem Flo&#223;, in der Mitte eines gro&#223;en Sees, das dunkelgr&#252;ne Wasser ruht ganz still und glatt, kein Wind bewegt es. Mein h&#246;lzernes Flo&#223; liegt darauf als w&#252;rde es schweben, schwerelos. Ein Nebel umgibt mich in der Lautlosigkeit und entzieht mir den Blick auf die Gestade, Gesellschaft leisten mir einzig der Ruf der fernen V&#246;gel, die ich nicht sehen kann, mein denkender Geist und Schreibzeug. Mein Geist kreist um mich und durch den Nebel, ich liege auf dem R&#252;cken und starre in die Wolken, alles um mich ist wei&#223;, mein Blick f&#228;ngt sich nirgendwo, aber das Flo&#223; tr&#228;gt mich verl&#228;sslich, ich sp&#252;re die glatten, gesch&#228;lten St&#228;mme unter mir, fast weich. Und wenn ich nicht zum F&#252;ller greife, wenn ich nicht schreibe, dann neigen sich die St&#228;mme. Ich beginne hinabzugleiten, ins kalte Nass, ganz langsam. Am ersten Tag sind es nur meine Fu&#223;sohlen, die vom Wasser benetzt werden, am zweiten h&#228;ngen die F&#252;&#223;e in den See, aber nach einer Woche steht mir das Wasser bis zum Hals. Dann werde ich ganz kalt und steif in der Wasserk&#252;hle und mein Herz schl&#228;gt langsamer, wie das der Fische in der Tiefe, dann f&#252;rchte ich, auf den Grund des dunkelgr&#252;nen Sees zu sinken, wohin kein Licht dringt und kein Vogelruf.</p>
<p>Ich lebe nah am Wasser, alles unter mir, in mir ist Wasser, wer Tr&#228;nen braucht, dem kann ich welche <a title="Sprachspielerin" target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/2008/01/23/vom-weinen/">abgeben</a>, ich habe genug und ich kann sie nur halten, wenn ich schreibe, ich kann nicht ohne. Ich brauche die Worte um mich wie die Wolken und die Vogelrufe, wie das rettende Flo&#223; unter mir, ich brauche das Schreiben. Zumindest eine Zeile, einige S&#228;tze, eine <a title="Sprachspielerin" target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/category/randnotizen/">Randnotiz</a>, ein Gedicht muss es sein, jeden Tag, sonst sinke ich in mir zusammen, gehe krumm und werde fahl und krank, sonst h&#246;rt mein Herz auf zu atmen, sonst sinke ich ins Wasser und ersaufe in meinen Tr&#228;nen.</p>
<p>Lichtblick heute: Die wundervolle Musik der Schwedin <a href="http://www.myspace.com/lykkeli" target="_blank" title="MySpace">Lykke Li</a>, deren komplettes Album man auf MySpace anh&#246;ren kann, meine Favoriten sind <em>Time Flies</em> und das hier, <em>Don&#8217;t you let me go tonight:</em></p>
<p><object width="425" height="373"><param value="http://www.youtube.com/v/fV3lm4tZF-M&amp;rel=1&amp;border=1" name="movie" /><param value="transparent" name="wmode" /><embed width="425" height="373" wmode="transparent" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/fV3lm4tZF-M&amp;rel=1&amp;border=1" /></object></p>
<hr /><small>Sie lesen einen RSS-Feed der Website "Sprachspielerin.de".<br/>
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		<title>Vom Weinen</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 08:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dazwischen]]></category>
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		<category><![CDATA[Germanistisches]]></category>
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		<description><![CDATA[Weshalb wir g&#228;hnen, ist uns vor kurzem sachkundig erkl&#228;rt worden. Aber das mit dem Weinen ist beinahe noch komplizierter. Wieso, wann, was passiert da? Die banalste Erkl&#228;rung ist nat&#252;rlich: zu viel Tr&#228;nenfl&#252;ssigkeit, die muss ja irgendwo hin, also l&#228;uft sie eben &#252;ber. Dass dies bei Menschen (aber vielleicht nicht nur bei Menschen) oft mit emotionaler [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Weshalb wir g&#228;hnen, ist uns vor kurzem <a href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/03/gaehnen-wir-weil-wir-muede-sind-oder-sind-wir-muede-weil-wir-gaehnen-betrachtungen-eines-alltaeglichen-phaenomens-werkstattnotiz-lii/" target="_blank" title="Wissenswerkstatt">sachkundig erkl&#228;rt</a> worden. Aber das mit dem Weinen ist beinahe noch komplizierter. Wieso, wann, was passiert da? Die banalste Erkl&#228;rung ist nat&#252;rlich: zu viel Tr&#228;nenfl&#252;ssigkeit, die muss ja irgendwo hin, also l&#228;uft sie eben &#252;ber. Dass dies bei Menschen (aber vielleicht nicht nur bei Menschen) oft mit emotionaler Erregung einhergeht, ist auch bekannt. Dass es sich vor allem auch um ein <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/400/132160/" target="_blank" title="SZ">Signal f&#252;r andere Menschen</a> handelt, einen Appell an deren Gef&#252;hle, ist unbestritten. Dennoch kann und wird ja auch allein geweint und Tr&#228;nen wirken dabei vielleicht wie ein k&#246;rpereigenes <a title="hk" target="_blank" href="http://www.helles-koepfchen.de/warum-weinen-wir.html">Beruhigungsmittel</a>.</p>
<p>Aber wo kommen all diese Tr&#228;nen dann so pl&#246;tzlich her? Wieso &#8216;macht&#8217; die unser K&#246;rper auf einmal und wo? Im Mittelalter glaubte man ja (wie man in vielen h&#246;fischen Romanen und Epen nachlesen kann), dass die Tr&#228;nen im Herzen entstehen und von dort aufsteigen, ihren Weg vom Herzen aus durch den K&#246;rper &#252;ber eine direkte Verbindung zu den Augen nehmen und dort dann hinausflie&#223;en. So hei&#223;t es im <em>Willehalm</em> Wolframs von Eschenbach zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Sus saz diu klagende vrouwe<br />mit dem herzen touwe,<br />daz uzer brust durh diu ougen vloz,<br />ir liehten blicke ein teil begoz.</p>
<p>So sa&#223; die klagende Dame<br />im Tau ihres Herzens,<br />der aus ihrer Brust in die Augen trat<br />und ihr klares Antlitz netzte.</p>
<p><font size="1"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3110178354?ie=UTF8&amp;tag=diesprach-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3110178354" target="_blank" title="Amazon">Wolfram von Eschenbach: Willehalm</a>, de Gruyter 2003, 268,2-5, &#220;bersetzung von Dieter Kartschoke</font></p></blockquote>
<p>Sch&#246;n, oder? Und im Mittelalter durften auch M&#228;nner weinen, nein, sie mussten geradezu, um Trauer angemessen nach au&#223;en zu zeigen (neben H&#228;nderingen, Haareraufen und Klagen). Aus dem Herzen kommen die Tr&#228;nen also, &#252;ber einen extra &#8216;Tr&#228;nenkanal&#8217;. Das will mir doch eigentlich mehr einleuchten als andere, neuere Erkl&#228;rungen. Obwohl mir das mit dem &#8216;Herzenstau&#8217; als k&#246;rpereigenem Beruhigungsmittel, schmerzlindernd, gar <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/cstuecke/20697/index.html" target="_blank" title="3sat">morphium&#228;hnlich</a>, auch gef&#228;llt. K&#246;nnte man vielleicht D&#246;schen und T&#252;tchen vollweinen und dann teuer auf dem Drogenmarkt verkaufen? Das w&#228;re doch mal eine neue Erwerbsquelle!</p>
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Copyright &copy; 2010 <br /> (Digitaler Fingerprint: 68748e5d917505a5bad557d7949b88cb)</small> <p></p>

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		<title>Knopf im Ohr</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2008 09:37:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sprachspielerin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ja immer wieder diese traurigen Gestalten (nein, ich meine nicht Don Quijote), die ganz allein durch die Stra&#223;en einer Stadt laufen und murmelnd oder ziemlich laut Selbstgespr&#228;che f&#252;hren. Das sind dann entweder Menschen wie der, der mir k&#252;rzlich ganz unvermittelt an einer Stra&#223;enecke zurief: &#34;Nicht mit Negern schlafen!&#34;. Man lacht &#252;ber sie, man [...]


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Es gibt ja immer wieder diese traurigen Gestalten (nein, ich meine nicht <a title="Amazon" target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3491960835?ie=UTF8&amp;tag=diesprach-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3491960835">Don Quijote</a>), die ganz allein durch die Stra&#223;en einer Stadt laufen und murmelnd oder ziemlich laut Selbstgespr&#228;che f&#252;hren. Das sind dann entweder Menschen wie der, der mir k&#252;rzlich ganz unvermittelt an einer Stra&#223;enecke zurief: &quot;Nicht mit Negern schlafen!&quot;. Man lacht &#252;ber sie, man hat Mitleid mit oder Angst vor ihnen, das h&#228;ngt vom Typ ab, aber meistens geht man ihnen doch aus dem Weg. Die tragen sehr oft Plastikt&#252;ten mit sich herum.</p>
<p>Oder es sind solche, die stattdessen Aktentaschen und Anz&#252;ge tragen und bei denen man auf den zweiten Blick am Knopf im Ohr erkennt: die sind harmlos, die bei&#223;en nicht, die telefonieren nur. Auf den ersten Blick wirken die aber oft &#228;hnlich befremdlich und aus der Welt, vor allem wenn sie nicht nur laut sprechen, sondern dazu auch noch raumgreifend gestikulieren. Man kann sie sehr leicht mit ersteren verwechseln.</p>
<p>Jetzt habe ich mich &#8211; bei allem Respekt &#8211; gefragt, ob das nicht ein Therapieansatz sein k&#246;nnte: diese traurigen Gestalten, die laut mit sich selbst sprechen, allesamt mit Headsets auszustatten, damit es immerhin so wirkt, als seien sie ziemlich normal, als telefonierten sie nur? W&#228;re das nicht im Sinne einer sozialen Wiedereingliederung? Das Kabel vom Ohr m&#252;sste ja nicht einmal zu einem Handy f&#252;hren, es reichte v&#246;llig, wenn es in irgendeiner Tasche verschw&#228;nde (m&#246;glichst nicht in der Plastikt&#252;te).</p>
<p>Dunkle Anz&#252;ge w&#228;ren auch nicht schlecht, aber so ein Knopf im Ohr auf jeden Fall ein Anfang, manche Gesch&#228;ftsleute ziehen sich ja auch schonmal etwas hipper an. Vielleicht w&#252;rde man die traurigen Menschen dann f&#252;r abgefahrene Profis aus der Werbung halten: man h&#228;tte jedenfalls keine Angst mehr vor ihnen, w&#252;rde nicht mehr &#252;ber sie lachen, man ginge ihnen nicht mehr aus dem Weg, h&#246;chstens Mitleid h&#228;tte man noch ein bisschen.</p>
<p>Oder sollte man doch lieber die, die meinen, andauernd mit Headset auf der Stra&#223;e wild gestikulierend telefonieren zu m&#252;ssen, zum Psychiater schicken?</p>
<p>Ich bin mir da nicht so sicher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachtrag: neben der Forderung &#8216;Headsets f&#252;r alle&#8217; tauchen jetzt auch Vorschl&#228;ge f&#252;r eine umgekehrte Camouflage auf, <a href="http://www.wortgebrauch.de" target="_blank" title="Wortgebrauch">Bjoern</a> empfiehlt hier in den Kommentaren etwa den Gesch&#228;ftsm&#228;nnern ein Deo mit der Duftnote &#8216;Leben auf der Stra&#223;e&#8217; und Marc ruft in der <a href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/17/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/" target="_blank" title="Wissenswerkstatt">Wissenswerkstatt</a> zur Arbeit an einer &quot;Entschubladisierung der Welt&quot;:</p>
<blockquote><p>Wie w&#228;re es, wenn Gesch&#228;ftsleute zum Businessmeeting ihre Unterlagen in der ALDI-T&#252;te transportierten? [...] Wann kommt der erste Professor mit lackiertem B&#252;rstenhaarschnitt in die Uni? [...]&nbsp; Liebe Studenten, steht fr&#252;h auf, noch bevor das Morgenk&#228;uzchen schreit, wascht &amp; rasiert Euch, holt den Konfirmandenanzug aus dem Schrank und geht hinaus in die morgendliche Welt und endeckt und f&#252;hlt, wie ihr angesehen und behandelt werdet &#8211; wie ein neuer Mensch?</p>
</blockquote>
<p>Wie mir ein Dozent vor einigen Tagen erz&#228;hlte, reichen tats&#228;chlich schon kleinere Sabotageakte, um die Erwartungen anderer gr&#252;ndlich zu verwirren: da tauchte n&#228;mlich ein anerkannter, geradezu ber&#252;hmter Professor (die man sich ja wie Gelehrte traditionell bleichgesichtig vorstellt) auf einer Tagung auf und war tief braungebrannt. Die Reaktion war ganz eindeutig: &quot;Was, der hat all diese tollen B&#252;cher geschrieben? Das kann doch gar nicht sein!&quot;</p>
<p>Weitere Vorschl&#228;ge zur Sabotage an der &#8216;<a title="Wissenswerkstatt" target="_blank" href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/17/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/">Schubladisierung der Welt</a>&#8216;?</p>
<blockquote>
</blockquote>
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