Lustknospen
Lustknospen der Lyrik,
die man kitzeln, kosen, küssen muss
bis die Worte wahr werden und
sich Klänge nehmen,
bis sie kommt und
Gedichte sich ergießen
über einen wie Sternenfunken
trostloser Freude.
Lustknospen der Lyrik,
die man kitzeln, kosen, küssen muss
bis die Worte wahr werden und
sich Klänge nehmen,
bis sie kommt und
Gedichte sich ergießen
über einen wie Sternenfunken
trostloser Freude.
Ich will Dein
Herz lecken
und die Tränen
wegküssen von ihm,
es hätscheln und hegen
und noch mit dem Salz
zwischen den Lippen
Dein Herz kitzeln
mit der Zungenspitze
bis es lacht.
Es liegt in meinem Schubfach
ein Brief an Dich,
wie ihn jeder liegen hat,
der jemals liebte.
Der Brief liegt lang und still
und meistens gut,
er zuckt nur manchmal,
wälzt sich dann
in meinem Blut.
Nur selten springt
es auf, das Schubfach,
enthüllt mir Schmerz,
ich lese dann
den roten Brief an Dich.
Dann wieg ich ihn
in meinen Händen
und will den Brief
zu Dir schon schicken,
doch leg ihn dann,
aus meinen Händen
zurück, ins Schubfach,
wo er liegt,
meist still und gut.
jahre vergingen
und männer
und dennoch bin ich
am ende eines tages
immer noch
Dein
im traum
Den Namen Dein
ritz‘ in mich ein,
befreie mich
von Schuld und Schmerz
und friss mein Herz,
erlöse mich,
in mich dring ein,
und mach mich Dein.
Dein Rücken eine Insel,
die mich trägt übers Meer,
die Erde unter den Füßen,
die mich stützt und hält
wohin ich auch will
und die Male darauf
meine Landkarte des Lebens.
Sag mir, wo liegt
vergraben der
Schatz?
Wachsen, Weiter,
Höher, Größer Und
Hinaus Über Sich
und sich dennoch
bücken
nach jedem herzen
für Hilde Domin
Ich lebe doch
fern der Welt
weiß nichts von ihr
und mag nur
Worte und Küsse
und Menschen
manchmal
Esst mich, Engel,
habt keine Scheu,
seid ein Fluss um mich,
der mich flüsternd ertränkt,
seid ein Seil um den Hals,
das mir den Atem nimmt,
seid ein Schrei auf den Lippen,
der mich ertauben lässt,
seid ein Blitzen in den Augen,
das mich blind geblendet,
habt keine Scheu,
beißt in mein Herz,
das mich lebend erhält
und umbringt.
Fresst mich, Engel!
angeregt von Gedichten von Alban Nikolai Herbst und Texten aus seiner Schreibwerkstatt.
für S.
Wenn sich Tage ans Tageslicht trauen
Und öde Korallenfetzen steigen,
Wenn bleichblödsinniges Blau bedeckt
Den über Städten ergrauten Himmel
langsam
Wird bewusst, dass
Die Erde kreist um das Nichts der meilenweiten Sonne
Und die Menschen, diese kriechend bevölkernd,
Nichts als einbeinige Wesen sind,
Die vom Fliegen träumen.
Wenn grasgrün gleißende Gischt Gefahr
Läuft schwarz zu werden,
Wenn sickernde Stille sich senkt
Über verlorene Hänge
langsam
Wird bewusst, dass
Die Sonne uns wieder verraten hat.
Wenn wahnwitzig weinende Wehmut
Sich weigert in Freude zu wandeln
plötzlich
Ist es wohl Nacht.
Oder tags in Deiner Ferne.