Rückblick 2009 – diesmal als Stöckchen/Liste

Nachdem ich das bei den anderen immer so furchtbar gerne lese und spannend finde, habe ich die Liste dieses Jahr doch auch mal ausgefüllt.

1. Zugenommen oder abgenommen?

Erst zugenommen, dann seit dem Sommer wieder abgenommen, beides stressbedingt, schätze ich. Insgesamt wahrscheinlich alles beim Alten.

2. Haare länger oder kürzer?

Deutlich länger, nur mal Spitzen schneiden lassen…

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Hoffentlich nicht noch kurzsichtiger.

4. Mehr Kohle oder weniger?

Hm, mehr, vorher habe ich gar nichts verdient, jetzt immerhin das Referendarsgehalt. (Ob man damit HartzIV-Niveau erreicht, ist allerdings nicht abschließend geklärt.)

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

Wahrscheinlich mehr, wenn man an die ganzen Schulbücher und -Materialien denkt, die Schulbuchverlage haben wirklich verdient an mir! Und dann die Waschmaschine…

6. Mehr bewegt oder weniger?

Etwas mehr. Wieder im Sportstudio angemeldet und mit Yoga angefangen, auch wenn das durch relativ häufige Krankheiten nicht immer so umsetzbar war wie gewünscht…

7. Der hirnrissigste Plan?

Hm. Eigentlich hatte ich keine Zeit für hinrissige Pläne…

8. Die gefährlichste Unternehmung?

Jeden Tag wieder in die Schule gehen.

9. Der beste Sex?

Oh ja!

10. Die teuerste Anschaffung?

Die Waschmaschine, nachdem die alte ihren Geist aufgegeben hat. Nur der Herd, der jetzt auch kaputt ist, wird wohl noch teurer…

11. Das leckerste Essen?

Sicherlich das 5-Gänge-Klassikmenü bei Schuhbeck. Gefolgt vom Menu im Marais und den leckeren Tortellini in brodo in Bologna. Und von schwäbischen Linsen mit Spätzlen und den vielen Hühnersuppen, die wir dieses Jahr gekocht haben.

12. Das beeindruckendste Buch?

Hach, hätte ich doch letztes Jahr schon eine Liste geführt und wüsste, was ich alles gelesen habe… War aber ohnehin nicht so viel. Il tailleur grigio von Andrea Camilleri (noch nicht übersetzt) war jedenfalls sehr gut…

13. Der ergreifendste Film?

Hm. Das ist schwierig, wirklich schwierig. Auf DVD vielleicht Geh nicht fort, den musste ich gleich 2x sehen. Für Kino war wirklich wenig Zeit. Das weiße Band war interessant…

14. Die beste CD?

Vielleicht El radio von Chris Garneau. Und bei der italienischen Musik Safari von Jovanotti.

15. Das schönste Konzert?

Waren auch nicht so viele dieses Jahr. Also würde ich sagen Notwist im Volkstheater gewinnen kurz vor dem on3-Radio-Festival bzw. Bavarian Open im Funkhaus (wo überraschenderweise Pete Doherty auftauchte, was sicherlich aber nicht der Höhepunkt des Konzertes war).

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?

…meinem Computer (Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen mit Tabellen, Seminarberichte, Stoffverteilungspläne etc.)

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?

Dem Lieblingsmenschen. Und Freunden. Und sehr netten Kollegen.

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?

Alles ist schrecklich.

19. 2009 zum ersten Mal getan?

Yoga gemacht.

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?

Im Meer gebadet? Naja, sooo lange war’s auch wieder nicht her.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Wie, nur drei?
Lehrproben, Seminarberichte und Protokolle, viele Fachsitzungen, Korrekturen, nervige Klassen, Nachtschichten, Stress, Unterrichtsbesuche, Lärm, zu wenig Schlaf abwechselnd mit Schlaflosigkeit – oh, da fiele mir noch jede Menge ein.

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Wird noch nicht verraten.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Hm.

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das diesjährige Weihnachtsgeschenk vom Lieblingsmenschen war schon sehr fein… Und der Adventskalender inkl. der roten Stiefel ja sowieso.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Okay, lass’ uns drüber nachdenken.”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

?

27. 2009 war mit einem Wort …?

Schrecklich. Mit kurzen Lichtblicken.

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Filme 2010

DVD

Der Club der toten Dichter (1.1.2010)
Sex and the city: Season 1 (ab 2.1.2010 bis 22.1.2010)
Gangs of New York (15.1.2010)
Ally McBeal: Season 1 (ab 31.1.2010)
Y tu mamá también (6.2.2010)
Der Vorleser (6.3.2010)
Secretary (28.3.2010)
James Bond – Die Welt ist nicht genug (3.4.2010)
Twilight (10.4.2010)
Grey’s Anatomy – 1. Staffel (ab 13.4.2010)

Kino

Nord (Regie: Rune Denstad Langlo) (am 23.12.09, Kinostart 07.01.2010)
Same Same but different (20.1.2010)
Welcome (3.2.2010)
Verdammnis (7.2.2010)
Ajami (10.3.2010)
A single man (31.3.2010)
Precious (18.4.2010)
Avatar (7.5.2010)

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Listen

Angeregt von anderen Bloggern (u.a. isabo, kaltmamsell oder ankegröner) habe ich beschlossen, für das schöne neue Jahr 2010 auch endlich mal Listen anzulegen und zwar eine für Filme und eine für Bücher. Nachdem ich aber ein so ungeduldiger Mensch bin und nicht warten kann, bis das Jahr herum ist, um die Listen zu veröffentlichen, fange ich einfach sofort an und editiere dann daran herum bis zum Jahresende, sodass der momentane Status für jeden der mag jeweils einzusehen ist. Und am Jahresbeginn 2011 wird dann sicherlich nochmal feierlich und hoffentlich stolz auf die Listen verlinkt.

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Nichts zu lachen

Wer (wie ich) momentan nicht all zu viel zu lachen hat, der sollte sich ganz dringend das folgende Video ansehen, das ist nämlich ganz wunderbar:

gefunden bei Barbara A. Lehner, mit ganz herzlichem Dank!

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Das BarCamp München 08

Ein Bloggertreffen oder BarCamp ist ja immer ein wenig so, wie ein Klassentreffen im besten Fall sein kann. Man sieht viele nette Leute, mit denen man jede Menge gemeinsam hat, tauscht sich aus, plaudert, isst zusammen, trinkt und feiert. So war es auch dieses Mal beim BarCamp Munich 08, das dieses Wochenende (11./12.10.) stattgefunden hat. Es gab Sessions zu allen möglichen und unmöglichen Themen (u.a. auch Zaubern und Kartenspielertricks, sehr beeindruckend!) und daneben noch viel Zeit, einfach Leute kennenzulernen und zu reden. Ich habe einige nette Mädels vom FrauenBarCamp wiedergesehen und auch andere Menschen, die ich von Bloggertreffen kannte und natürlich auch viele andere kennengelernt.

Besonders abends auf der Party gab es noch viele spannende Gespräche, u.a. mit einem Literaturluder. Außerdem habe ich mal wieder ausführlicher mit Robert Basic gequatscht, den ich ja schon bei meinem allerersten Bloggertreffen, als ich noch ein echter Frischling war und dieses Blog gerade erst (einen Tag vorher) gestartet hatte, kennenlernen durfte. Und was soll ich sagen: der Idealismus und die Begeisterung für die Sache von Robert sind einfach immer wieder erfrischend und gehen mir wirklich ans Herz, so ein großartiger, warmherziger A-Blogger, unglaublich! Auch wenn es nicht ganz leicht ist, wenn einem da jemand sagt: “Mach’ doch einfach was Du willst, das schaffst Du schon, kümmere Dich nicht um Geld, sei mit Herzblut dabei, dann wird alles gut!” Stichwort: Referendariat. Das muss man dann erstmal verdauen. Ja, ich bin und bleibe Robert-Basic-Fan.

Außerdem war es für mich dann auch tatsächlich so ein bisschen wie bei einem Klassentreffen, denn es war auch Michael Praetorius da, der mit mir eine Zeit lang in einer Klasse war, den ich dann aber völlig aus den Augen verloren hatte. Das ist dann schon lustig, wenn man sich nach Jahren (Jahrzehnten?) auf so einer Tagung trifft und also irgendwie in der selben Spinner-Ecke gelandet ist. Man verzeihe mir, aber BarCamper sind ja nun wirklich alle ein bisschen verrückt. Und das ist gut so. Genau das ergibt diese aufregende aber auch warme, sehr offene Familienatmosphäre, die ich an solchen Treffen so schätze!

Gut, aber zurück zu Michael Praetorius, der hat nämlich ein Video zum BarCamp gedreht und mich dazu gleich am ersten Morgen geschnappt und vor der Kamera interviewt (ich komme so ab Min. 1:30 dran). Dafür, dass das wirklich mein allererstes Interview überhaupt war, finde ich es nicht einmal so katastrophal oder was meint ihr? Ich war nur ein wenig irritiert, als ich nochmals erzählen sollte, was ich zuvor schon vor der Kamera beantwortet hatte…


BCMUC08 from Michael Praetorius on Vimeo.

Gefilmt hat uns Hartmut, ein Kollege von Michael, mit dem ich dann auch noch auf der Party ins Gespräch gekommen bin, ebenfalls ein total interessanter und netter Typ (im Video oben der mit den Hasenohren), der Industriefilme macht und mir wärmstens ein Münchner Marionettentheater für Erwachsene, das ‘Kleine Spiel‘, empfohlen hat, das ich in nächster Zeit sicher mal besuchen werde, zumal dort gerade Brecht gegeben wird!

Also mein Fazit: Das Essen war nicht so gut wie beim FrauenBarCamp, aber das war ja ohnehin nicht zu toppen, und für meinen Geschmack waren es dann doch ein bisschen zu viele Leute. Bei 400 verliert man dann doch leicht den Überblick und es ist immer schade, wenn man nicht mit allen reden kann. Und dennoch: wunderbar, es hat sich wirklich gelohnt und ich werde bei jedem Bloggertreffen in München auf jeden Fall dabei sein, weil es einfach so viel zu entdecken und so viele interessante Menschen kennenzulernen und wiederzutreffen gibt.

Eine Sammlung von Berichten zum BarCamp entsteht hier.

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Ich will Dich

Meine erste Begegnung mit Hilde Domin war eine unangenehme: die Abiturprüfung im Leistungskurs Deutsch, welche eine Interpretation des Gedichtes Nur eine Rose als Stütze im Vergleich mit einem anderen Gedicht, das ich vergessen habe, verlangte. Eigentlich eine Schande für meine Lehrer (und vielleicht auch für mich), dass sie mir bis dahin unbekannt geblieben war. Trotz der widrigen Umstände verliebte ich mich sofort und besorgte mir bald darauf einen kleinen Band ihrer Gedichte. Im Germanistik-Studium ist sie mir nicht wiederbegegnet, aber sie war immer irgendwie da und ab und zu habe ich eines ihrer Gedichte gelesen. Und deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich jetzt von dem Dokumentarfilm Ich will Dich über Hilde Domin erfahren habe.

Der Dokumentarfilm von Anna Ditges läuft nur in einem einzigen kleinen Kino in München, um 18.15 Uhr und diese Woche, die zweite, ist die letzte. Unverständlich. Der Film kommt der alten Dame Domin, 95-, 96-jährig, unheimlich nah, manchmal fast respektlos nah, die Unverschämtheit wird nur aufgehoben durch die Freundschaft der beiden Frauen, die beinahe 70 Jahre trennen. Hilde Domin kann in diesem Film erlebt werden in ihrer Verletzlichkeit, auch ihrem Zorn, ihrer Müdigkeit, ihrem kränkelnden Altern, ihrer Zärtlichkeit ihren Eltern gegenüber, in ihrer Trauer um ihren Mann, ihrer Einsamkeit, in ihrer Wachheit, ihrer spröden Freundlichkeit und ihrem Humor. Sie sagt oft ‘gell’ und ‘ja’ und ‘das ist klar, ja’ und auf die Aussage: ‘Du siehst gut aus!’, antwortet sie nur: ‘Das kann nicht sein.’

Und was sagt nun die Dichterin zu Gedichten? Gedichte kämen aus Momenten der Erregung. Man schreibt Gedichte, wenn sie kommen, sagt Hilde Domin. Was man dazu brauche? Das sei ganz einfach, sagt sie, einen Stift und Papier. Und dann kann man sie abtippen, dadurch werden sie fremder, dann kann man sie verbessern.

Ich empfehle diesen Film unbedingt, ich empfehle ihn allen, die Gedichte mögen, nein, allen, die Literatur mögen, nein, allen, die Filme mögen, nein, allen, die Menschen mögen, allen.

Aber das letzte Wort soll Domin selbst haben:

Nur eine Rose als Stütze

Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehn.

Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.

(Hilde Domin, in: Nur eine Rose als Stütze. Gedichte. Frankfurt a.M.: Fischer 1994, S.55) 

 

Literaturtips: 

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