Tocotronic – Im Zweifel für den Zweifel

Ein Text so großartig, dass ich ihn hier einfach mal unkommentiert einstellen möchte. Von Tocotronic, versteht sich, von der wunderbaren neuen CD “Schall und Wahn”:

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für den Zweifel
Und für die Pubertät
Im Zweifel gegen Zweisamkeit
Und Normativität

Im Zweifel für den Zweifel
Und gegen allen Zwang
im Zweifel für den Teufel
Und den zügellosen Drang

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für Verzärtelung
Und für meinen Knacks
Für die äußerste Zerbrechlichkeit
Für einen Willen wie aus Wachs

Im Zweifel für die Zwitterwesen
Aus weit entfernten Sphären
Im Zweifel fürs Erzittern
Beim Anblick der Chimären

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Mir bleibt noch zu erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für den Zweifel
Und die Unfassbarkeit
Für die innere Zerknirschung
Wenn man die Zähne zeigt

Im Zweifel fürs Zusammenklappen
Vor gesamtem Saal
Mein Leben wird Zerrüttung
Meine Existenz Skandal

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Reinhören kann man in den Song übrigens hier bei myspace.

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Rückblick 2009 – diesmal als Stöckchen/Liste

Nachdem ich das bei den anderen immer so furchtbar gerne lese und spannend finde, habe ich die Liste dieses Jahr doch auch mal ausgefüllt.

1. Zugenommen oder abgenommen?

Erst zugenommen, dann seit dem Sommer wieder abgenommen, beides stressbedingt, schätze ich. Insgesamt wahrscheinlich alles beim Alten.

2. Haare länger oder kürzer?

Deutlich länger, nur mal Spitzen schneiden lassen…

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Hoffentlich nicht noch kurzsichtiger.

4. Mehr Kohle oder weniger?

Hm, mehr, vorher habe ich gar nichts verdient, jetzt immerhin das Referendarsgehalt. (Ob man damit HartzIV-Niveau erreicht, ist allerdings nicht abschließend geklärt.)

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

Wahrscheinlich mehr, wenn man an die ganzen Schulbücher und -Materialien denkt, die Schulbuchverlage haben wirklich verdient an mir! Und dann die Waschmaschine…

6. Mehr bewegt oder weniger?

Etwas mehr. Wieder im Sportstudio angemeldet und mit Yoga angefangen, auch wenn das durch relativ häufige Krankheiten nicht immer so umsetzbar war wie gewünscht…

7. Der hirnrissigste Plan?

Hm. Eigentlich hatte ich keine Zeit für hinrissige Pläne…

8. Die gefährlichste Unternehmung?

Jeden Tag wieder in die Schule gehen.

9. Der beste Sex?

Oh ja!

10. Die teuerste Anschaffung?

Die Waschmaschine, nachdem die alte ihren Geist aufgegeben hat. Nur der Herd, der jetzt auch kaputt ist, wird wohl noch teurer…

11. Das leckerste Essen?

Sicherlich das 5-Gänge-Klassikmenü bei Schuhbeck. Gefolgt vom Menu im Marais und den leckeren Tortellini in brodo in Bologna. Und von schwäbischen Linsen mit Spätzlen und den vielen Hühnersuppen, die wir dieses Jahr gekocht haben.

12. Das beeindruckendste Buch?

Hach, hätte ich doch letztes Jahr schon eine Liste geführt und wüsste, was ich alles gelesen habe… War aber ohnehin nicht so viel. Il tailleur grigio von Andrea Camilleri (noch nicht übersetzt) war jedenfalls sehr gut…

13. Der ergreifendste Film?

Hm. Das ist schwierig, wirklich schwierig. Auf DVD vielleicht Geh nicht fort, den musste ich gleich 2x sehen. Für Kino war wirklich wenig Zeit. Das weiße Band war interessant…

14. Die beste CD?

Vielleicht El radio von Chris Garneau. Und bei der italienischen Musik Safari von Jovanotti.

15. Das schönste Konzert?

Waren auch nicht so viele dieses Jahr. Also würde ich sagen Notwist im Volkstheater gewinnen kurz vor dem on3-Radio-Festival bzw. Bavarian Open im Funkhaus (wo überraschenderweise Pete Doherty auftauchte, was sicherlich aber nicht der Höhepunkt des Konzertes war).

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?

…meinem Computer (Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen mit Tabellen, Seminarberichte, Stoffverteilungspläne etc.)

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?

Dem Lieblingsmenschen. Und Freunden. Und sehr netten Kollegen.

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?

Alles ist schrecklich.

19. 2009 zum ersten Mal getan?

Yoga gemacht.

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?

Im Meer gebadet? Naja, sooo lange war’s auch wieder nicht her.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Wie, nur drei?
Lehrproben, Seminarberichte und Protokolle, viele Fachsitzungen, Korrekturen, nervige Klassen, Nachtschichten, Stress, Unterrichtsbesuche, Lärm, zu wenig Schlaf abwechselnd mit Schlaflosigkeit – oh, da fiele mir noch jede Menge ein.

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Wird noch nicht verraten.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Hm.

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das diesjährige Weihnachtsgeschenk vom Lieblingsmenschen war schon sehr fein… Und der Adventskalender inkl. der roten Stiefel ja sowieso.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Okay, lass’ uns drüber nachdenken.”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

?

27. 2009 war mit einem Wort …?

Schrecklich. Mit kurzen Lichtblicken.

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Bücher 2010

L. Frank Baum: The wonderful wizard of Oz
James M. Barrie: Peter Pan
Andrea Camilleri: Racconti di Montalbano
Benjamin Stein: Die Leinwand
Petra Reski: Palazzo Dario
Michael Ende: Momo
Paul Hühnerfeld: Der Kampf um Troja

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Filme 2010

DVD

Der Club der toten Dichter (1.1.2010)
Sex and the city: Season 1 (ab 2.1.2010 bis 22.1.2010)
Gangs of New York (15.1.2010)
Ally McBeal: Season 1 (ab 31.1.2010)
Y tu mamá también (6.2.2010)
Der Vorleser (6.3.2010)

Kino

Nord (Regie: Rune Denstad Langlo) (am 23.12.09, Kinostart 07.01.2010)
Same Same but different (20.1.2010)
Welcome (3.2.2010)
Verdammnis (7.2.2010)
Ajami (10.3.2010)

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Listen

Angeregt von anderen Bloggern (u.a. isabo, kaltmamsell oder ankegröner) habe ich beschlossen, für das schöne neue Jahr 2010 auch endlich mal Listen anzulegen und zwar eine für Filme und eine für Bücher. Nachdem ich aber ein so ungeduldiger Mensch bin und nicht warten kann, bis das Jahr herum ist, um die Listen zu veröffentlichen, fange ich einfach sofort an und editiere dann daran herum bis zum Jahresende, sodass der momentane Status für jeden der mag jeweils einzusehen ist. Und am Jahresbeginn 2011 wird dann sicherlich nochmal feierlich und hoffentlich stolz auf die Listen verlinkt.

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Rückblick – Vorschau

2009 war wahrscheinlich das schlimmste Jahr, das ich jemals hatte, schlimmer als ich es mir hätte vorstellen können. Und das ist mit nur einem Wort recht gut erklärt: Referendariat. Ich weiß nicht, warum das so sein muss, ich verstehe es nicht, aber es ist wohl ein Prinzip, wen man auch fragt: anstrengend, stressig, unangenehm, frustrierend, nervend, schlafraubend, deprimierend, belastend und es bedeutet schrecklich viel Arbeit, fast keine Freizeit, dauernde Kontrolle, dauernde Beobachtung, ständige Bewertung jeder Kleinigkeit, ständige Anspannung, Burn-Out noch vor dem eigentlichen Beginn, die Hölle, durch die man gehen muss.

Im letzten Jahr zehn verschiedene Klassen an zwei Schulen unterrichtet und drei Lehrproben gehabt, alle gut bestanden, aber dennoch die schlimmsten Prüfungen, die ich je hatte. Viel zu viele Tränen geweint, weil ich nicht mehr konnte, aber eigentlich für nichts, völlig umsonst. Natürlich viel gelernt, aber das hätte auch unter anderen, besseren Bedingungen stattfinden können. Ans Aufgeben gedacht und diesen Plan wieder aufgegeben, zum Durchhalten entschlossen.

Ich habe hier kaum etwas geschrieben, weil es schwierig geworden ist. Einerseits aus zeitlichen Gründen, ich schaffe das einfach nicht so nebenbei. Wenn man oft von 6 (aufstehen und in die Schule gehen) bis 12 (Unterrichtsvorbereitung abschließen oder Seminarbericht fertigschreiben oder oder) arbeitet, dann stellt sich auch nicht die rechte Inspiration ein. Vor zwei Jahren saß ich Weihnachten noch im Zug und habe Gedichte geschrieben. Diese Weihnachten saß ich im Zug und habe korrigiert. Die Arbeit nimmt man immer mit, als Lehrer hat man nie “Feierabend” und deshalb ist es schwer, sich Zeit zum Schreiben zu nehmen. Andererseits ist es ebenso schwierig, hier über mein Leben zu berichten, unter meinem echten Namen, der im Netz auffindbar ist, von Kollegen, Schülern etc. Und dann möchten meine werten Leser bestimmt nicht jede Gefühlsschwankung mitmachen, die ich so durchmache…

Im letzten Jahr für meine Verhältnisse (eigentlich bin ich nicht sehr anfällig) sehr oft krank gewesen, nach der letzten Lehrprobe hat es mich gleich zerbröselt, jetzt schnupfe ich schon wieder vor mich hin, aber das ist sicher auch einfach zu erklären.

Trotz allem: ich habe jemanden gehabt, an dem ich mich festhalten konnte und der mich festgehalten hat. Der mich ausgehalten hat, obwohl ich oft unausstehlich war, der mich aufgebaut hat, wenn es sein musste (und es musste oft). Mit dem ich schöne Stunden, Tage, Ferien verbracht habe, einen tollen Sommerurlaub mit See und Meer und Sonne und Zelt und Hotel und Wein und Pasta und Pizza und wie es sein soll. Und es gab auch einige schöne Abende mit Freunden und gutes Essen (vor allem gehäuft gegen Jahresende), das muss man diesem Jahr lassen.

Trotzdem wünsche ich mir, dass das nächste Jahr “besser” wird. Bis Juli heißt es noch die Zähne zusammenbeißen und durchhalten, obwohl die letzte Wegstrecke auf dem Weg zum 2. Staatsexamen sicher nicht lustig wird: es stehen eine weitere Lehrprobe, viele Unterrichtsbesuche und viele mündliche Prüfungen an und das in enger Abfolge. Also Augen zu und durch oder so ähnlich. Und dann werde ich das mit dem Glücklich-Sein mal wieder in Angriff nehmen, mal sehen, ob ich das doch noch nicht verlernt habe… Und das mit dem Schreiben und Bloggen hoffentlich auch.

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Nichts zu lachen

Wer (wie ich) momentan nicht all zu viel zu lachen hat, der sollte sich ganz dringend das folgende Video ansehen, das ist nämlich ganz wunderbar:

gefunden bei Barbara A. Lehner, mit ganz herzlichem Dank!

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Vom Trauen

Sie fragt sich, wieso sie sich nicht einfach mal traut. Wieso sie es nicht wenigstens einmal versucht. Es geht gar nicht darum zu springen, von hoch droben, ohne Seil, Netz und doppelten Boden. Es geht nur darum, ein Leben zu führen, wie sie es sich vorstellt. Und sie fragt sich, warum sie dazu immer zu viel Angst hatte.

Zu viel Angst, einfach Germanistik oder Philosophie auf Magister zu studieren und dann womöglich mit einem unbrauchbaren Abschluss dazustehen. Zu viel Angst über ein spannendes Thema zu promovieren, weil es doch so schwer ist, eine Stelle an der Uni zu finden. Und danach wird alles noch schwieriger. Zu viel Angst, um das Referendariat nicht anzutreten und sich einfach so nach Jobs umzusehen. Zu viel Angst, sich zum Beispiel als Übersetzerin oder Lektorin zu versuchen, denn die Aussichten sind doch so schlecht. Und natürlich viel zu viel Angst, das zu tun, was sie am liebsten möchte: einfach zu schreiben und zu sehen, wohin das führt.

Sie müsste sich nicht solche Sorgen machen, die Voraussetzungen sind eigentlich gut: ein Dach über dem Kopf, ein wenig Geld auf dem Konto, jemand den sie liebt an der Seite und Eltern, die sie nicht verhungern lassen würden (nimmt sie an).

Und jetzt hat sie ein Problem: sie hat keine Zeit mehr, sich auch nur annähernd um die Dinge zu kümmern, die ihr wirklich Spaß machen (Lesen, Schreiben, Lieben), weil die Arbeit und der Druck sie auffressen. Und sie möchte eigentlich gerne mit Menschen zusammensein und zusammenarbeiten, die sie respektieren. Sie will sich nicht erst ein klein wenig Respekt erkämpfen müssen, Tag für Tag, immer von Neuem. Mit Mitteln, die sie dazu zwingen, sich andauernd zu verstellen, die sie nicht mehr sie selbst sein lassen. Und sie möchte nicht dauernd die Leistungen anderer Menschen bewerten, auch das liegt ihr nicht. Fünf Tage die Woche eine Rolle spielen, die einem nicht passt, ist verdammt anstrengend. Fünf Tage die Woche kämpfen, ist verdammt aufreibend. Sieben Tage die Woche trotzdem sehr viel arbeiten ist keine gute Voraussetzung, um glücklich zu sein.

Sie fragt sich, wie es weitergehen wird. Ob sie sich gewöhnen wird. Ob sie sich gewöhnen will. Ob sie so werden wird, wie man werden muss, um diesen Job zu machen. Ob sie so werden will. Und sie fragt sich, ob sie sich eines Tages Vorwürfe machen wird, dass sie es nicht wenigstens einmal versucht hat so zu leben, wie sie sich das eigentlich vorstellt. Ob sie sich später nicht fragen wird, ob es nicht doch hätte klappen können und ob sie sich nicht verfluchen wird, dass sie sich nicht – nicht ein einziges Mal – getraut hat.

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Das BarCamp München 08

Ein Bloggertreffen oder BarCamp ist ja immer ein wenig so, wie ein Klassentreffen im besten Fall sein kann. Man sieht viele nette Leute, mit denen man jede Menge gemeinsam hat, tauscht sich aus, plaudert, isst zusammen, trinkt und feiert. So war es auch dieses Mal beim BarCamp Munich 08, das dieses Wochenende (11./12.10.) stattgefunden hat. Es gab Sessions zu allen möglichen und unmöglichen Themen (u.a. auch Zaubern und Kartenspielertricks, sehr beeindruckend!) und daneben noch viel Zeit, einfach Leute kennenzulernen und zu reden. Ich habe einige nette Mädels vom FrauenBarCamp wiedergesehen und auch andere Menschen, die ich von Bloggertreffen kannte und natürlich auch viele andere kennengelernt.

Besonders abends auf der Party gab es noch viele spannende Gespräche, u.a. mit einem Literaturluder. Außerdem habe ich mal wieder ausführlicher mit Robert Basic gequatscht, den ich ja schon bei meinem allerersten Bloggertreffen, als ich noch ein echter Frischling war und dieses Blog gerade erst (einen Tag vorher) gestartet hatte, kennenlernen durfte. Und was soll ich sagen: der Idealismus und die Begeisterung für die Sache von Robert sind einfach immer wieder erfrischend und gehen mir wirklich ans Herz, so ein großartiger, warmherziger A-Blogger, unglaublich! Auch wenn es nicht ganz leicht ist, wenn einem da jemand sagt: “Mach’ doch einfach was Du willst, das schaffst Du schon, kümmere Dich nicht um Geld, sei mit Herzblut dabei, dann wird alles gut!” Stichwort: Referendariat. Das muss man dann erstmal verdauen. Ja, ich bin und bleibe Robert-Basic-Fan.

Außerdem war es für mich dann auch tatsächlich so ein bisschen wie bei einem Klassentreffen, denn es war auch Michael Praetorius da, der mit mir eine Zeit lang in einer Klasse war, den ich dann aber völlig aus den Augen verloren hatte. Das ist dann schon lustig, wenn man sich nach Jahren (Jahrzehnten?) auf so einer Tagung trifft und also irgendwie in der selben Spinner-Ecke gelandet ist. Man verzeihe mir, aber BarCamper sind ja nun wirklich alle ein bisschen verrückt. Und das ist gut so. Genau das ergibt diese aufregende aber auch warme, sehr offene Familienatmosphäre, die ich an solchen Treffen so schätze!

Gut, aber zurück zu Michael Praetorius, der hat nämlich ein Video zum BarCamp gedreht und mich dazu gleich am ersten Morgen geschnappt und vor der Kamera interviewt (ich komme so ab Min. 1:30 dran). Dafür, dass das wirklich mein allererstes Interview überhaupt war, finde ich es nicht einmal so katastrophal oder was meint ihr? Ich war nur ein wenig irritiert, als ich nochmals erzählen sollte, was ich zuvor schon vor der Kamera beantwortet hatte…


BCMUC08 from Michael Praetorius on Vimeo.

Gefilmt hat uns Hartmut, ein Kollege von Michael, mit dem ich dann auch noch auf der Party ins Gespräch gekommen bin, ebenfalls ein total interessanter und netter Typ (im Video oben der mit den Hasenohren), der Industriefilme macht und mir wärmstens ein Münchner Marionettentheater für Erwachsene, das ‘Kleine Spiel‘, empfohlen hat, das ich in nächster Zeit sicher mal besuchen werde, zumal dort gerade Brecht gegeben wird!

Also mein Fazit: Das Essen war nicht so gut wie beim FrauenBarCamp, aber das war ja ohnehin nicht zu toppen, und für meinen Geschmack waren es dann doch ein bisschen zu viele Leute. Bei 400 verliert man dann doch leicht den Überblick und es ist immer schade, wenn man nicht mit allen reden kann. Und dennoch: wunderbar, es hat sich wirklich gelohnt und ich werde bei jedem Bloggertreffen in München auf jeden Fall dabei sein, weil es einfach so viel zu entdecken und so viele interessante Menschen kennenzulernen und wiederzutreffen gibt.

Eine Sammlung von Berichten zum BarCamp entsteht hier.

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Rückblick: Erstes BarCamp für Frauen

Wie hier berichtet, fand am 30.08.2008 in München das erste Frauenbarcamp statt, d.h. ein BarCamp nur für Frauen. Und um es gleich zusammenzufassen: es war aufregend und anregend und toll! Die Atmosphäre war großartig und die anwesenden Frauen offen und hatten allesamt spannende Dinge zu erzählen. Mir ging es ja ehrlich gesagt so, dass mich nicht unbedingt alle Themen interessiert haben: Twitter kann ich schon und Monetarisierung, User-Gewinnung und Nutzeraktivierung für Communities und Erfolgsmessung im Social Media sind eher für Leute, die sich damit beruflich beschäftigen.

Ich weiß jetzt zwar mehr darüber, wie ich mein Blog bei google auf vordere Plätze bringen könnte und wie ich mir die Zugriffsstatistiken ansehen und Spannendes über meine Leser herausfinden könnte, aber nutzen werde ich das für meine Zwecke wohl nicht. In diesem Zusammenhang fiel mir vor allem auf, dass fast alle Frauen tatsächlich irgendwie im Internet arbeiten: Programmiererinnen oder Systemadministratoren, Community-Betreiber oder -Verwalter oder eben Gründerinnen, die ihre Produkte vorwiegend übers Netz anbieten. So ‘Menschen wie ich’, die eben ‘nur’ ein Blog haben und das zum eigenen Vergnügen betreiben, waren da kaum.

Das ist vielleicht schon einer der Unterschiede zu ‘normalen’ BarCamps, auf die also auch Männer dürfen. Habe ich mir sagen lassen, denn selbst war ich auch auf noch keinem. Damit gehörte ich offensichtlich zur Mehrheit, woraus sich zwei Schlüsse ziehen lassen: 1. hat es tatsächlich die Schwellenangst gesenkt, dass es sich um ein reines Frauen-Barcamp gehandelt hat, denn sehr viele Frauen haben sich da eben zum ersten Mal auf eine solche Veranstaltung getraut. Und viele haben gesagt, dass sie jetzt wahrscheinlich wieder auf ein BarCamp gehen werden, auch wenn da Männer hindürfen.

2. Selbst zu so einem reinen Frauen-Barcamp kommen trotzdem nur Frauen, die tatsächlich im Web 2.0 arbeiten und keine, die sich dort nur zum Hobby herumtreiben. Trauen sich die anderen nicht? Oder ist es nur nicht bis zu ihnen vorgedrungen? Vielleicht gibt es ja mal wieder ein BarCamp für Frauen, das sich dann noch besser herumspricht.

Ein weiterer Unterschied: von normalen BarCamps kenne ich bisher nur die Fotos, dort haben aber dann ca. 90 Prozent der Anwesenden ein Mac-Book (und Crumpler-Taschen). Beim Frauenbarcamp waren die Macbookbesitzerinnen nur eine kleine Minderheit, wie auch HerrBert schon festgestellt hat.

Was sonst noch anders war? Das Essen! Erstens wurden hier mal die Rollen getauscht und wir hatten reizende Service-Herren vom Kater Mikesch. Und zweitens war das Essen unschlagbar gut! Das reichte von den Brötchen, dem Kaffee, dem Joghurt mit Früchten und Joghurt mit Honig und Nüssen, bis hin zu den leckeren Brezen mit Butter, dem Mittagessen mit Nudeln oder Curry, dem kalten Chai-Latte, der Mascarpone-Creme mit Frucht und Keks, dem Kalorienbomben-Schokokuchen mit Pinienkernen bis hin zu den kleinen Toasts am Abend. Und ich konnte bei weitem nicht alles probieren, was es gab. Es war wirklich richtig, richtig gut, die Bedienung exzellent und die beiden haben sich wirklich Mühe gegeben!

Aber jetzt nochmal zurück zu den Frauen: wie gesagt waren die meisten Themen nicht so meins, was aber bei weitem wieder durch die Frauen selbst aufgewogen wurde, die die Vorträge hielten, mitdiskutierten oder mit denen man einfach beim Herumstehen oder Essen (schon wieder Essen erwähnt!) zwischendurch quatschte. Nett und beeindruckend und interessiert und offen und mit spannenden Jobs und Leben! Dieses Kontakte-Knüpfen und Frauen treffen, die ähnliche Interessen haben wie man selbst, war das wirklich Großartige an diesem BarCamp. Und ich hoffe wirklich, dass sich zumindest einige dieser neuen Kontakte auch halten oder sogar ausbauen lassen (jetzt nur ganz willkürlich, wirklich nur als Beispiele Gesche alias Schuesch oder die Sprachstrategin und Lektorin Juliane oder Anita Pleschko oder Nina(re) genannt).

Alles in Allem also eine wirklich gelungene Veranstaltung, einzige Kritikpunkte: zwei Tage wären besser gewesen als nur einer, drei Räume für die Vorträge besser als nur zwei. Nächstes Mal und ich hoffe sehr, dass es ein nächstes Mal geben wird! Andere Berichte zum Frauen-BarCamp findet man schon bei der Blog Queen, bei Anita Pleschko und bei HerrBert. Cem Basman hat noch Fragen an uns. Unsere gesammelten Twitter-Ergüsse zum Thema lassen sich nochmal unter #frauenbc nachlesen. Und Fotos gibt es hier. Alle weiteren Neuigkeiten und Beiträge findet man im Frauen-BarCamp-Friendfeed-Room.

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