Lautes Altern

Ich fühle mich eigentlich nicht älter, reifer als mit 18, wo die Lebenserfahrung der letzten zehn Jahre geblieben ist, frage ich mich manchmal. Dass ich dennoch älter geworden bin, macht sich vor allem bei den Geräuschen bemerkbar, beim Knacken meiner Gelenke. Na gut, mit den Fingergelenken habe ich auch schon als Schülerin geknackt, mich am Entsetzen von Lehrern und Eltern erfreuend, aber alles andere kam später. Das knirschende Knacken meines linken Ellenbogens, wenn ich den Arm durchstrecke. Das manchmal schmerzhafte, helle Knacken meiner Knie, wenn ich in die Hocke gehe oder aus der Hocke aufstehe. Das kurze, silbrige Knacken meiner Fußgelenke, wenn ich die Füße drehe. Das dumpfe, tiefliegende Knacken meines Brustbeins, wenn ich mich ganz gerade aufrichte. Das mehrmalige Knacken meines Nackens, wenn ich den Kopf auf eine Seite lege oder kreisen lasse. Das Ineinanderklicken der Rückenwirbel, wenn ich die Hände hinter dem Rücken verschränke und anhebe.

Bald wird es kein Gelenk meines Körpers mehr geben, das nicht knackt. Ich frage mich nur, wie das werden soll, wenn ich wirklich alt werde. Ein Donnerdröhnen bei jeder Bewegung, eine Maschinengewehrsalve, ein ohrenbetäubendes Rattern? Kein Vergnügen, das Altwerden. Nur gut, dass man dann auch taub wird, mit der Zeit.

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