Tage

für S. 

Wenn sich Tage ans Tageslicht trauen
Und öde Korallenfetzen steigen,
Wenn bleichblödsinniges Blau bedeckt
Den über Städten ergrauten Himmel
langsam
Wird bewusst, dass
Die Erde kreist um das Nichts der meilenweiten Sonne
Und die Menschen, diese kriechend bevölkernd,
Nichts als einbeinige Wesen sind,
Die vom Fliegen träumen.

Wenn grasgrün gleißende Gischt Gefahr
Läuft schwarz zu werden,
Wenn sickernde Stille sich senkt
Über verlorene Hänge
langsam
Wird bewusst, dass
Die Sonne uns wieder verraten hat.

Wenn wahnwitzig weinende Wehmut
Sich weigert in Freude zu wandeln
plötzlich
Ist es wohl Nacht.
Oder tags in Deiner Ferne.

 

Dezember 1996

 

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