Mein Fellherz

Es fehlt meinem Herzen
(dem kleinen, wilden Tier)
das Fell,
das weiche und dämpfende,
das wärmende und schützende.

Denn jemand hat‘s gejagt und verfolgt,
hat‘s gefangen und erobert
und es ging in die Falle, die süße
(das wilde, befellte Wesen).
Jemand hat‘s gestreichelt und geküsst,
hat‘s gezähmt. Und ihm dann
das Fell abgezogen, es
sorgfältig gehäutet
mit den Zähnen.

Mein Herz ist blutendes Fleisch,
ganz felllos und bloß,
wild pochend und waidwund,
ganz nackt und blutnass,
(das winzige, zahme Tier).

Und deshalb friert‘s
und der Schmerz geht
so nah.

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