Berauschende Worte

Es blieb immer alles künstlich. Ich habe mich an meinen eigenen Worten berauscht. Es war, wie wenn man singt und nicht mehr auf die Worte hört, nur noch auf die Melodie.

Aussage des Protagonisten in Peter Stamms “Agnes” zum Thema, weshalb er nicht mehr schreibe.

Genau. So. Oder so ähnlich.

Ach ja, es gibt auch andere Gründe, nicht zu schreiben. Arbeit zum Beispiel. Aus gegebenem Anlass (mein momentaner Zustand) ein Rückverweis hierhin.

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Drei Wochen Schule

Drei Wochen Schule, die mir schon wieder wie eine Ewigkeit vorkommen. Ich bin wieder drin, im Trott. Früh aufstehen, manchmal lang arbeiten, manchmal zu lang arbeiten, sodass ich dann nicht schlafen kann, wieder früh aufstehen. Irgendwann Wochenende, aber auch da läuft die Vorbereitung am Computer oder zumindest im Kopf.

Drei Wochen Schule in einem neuen Bundesland. Ich sage noch Ausfrage (was den Schülern neu ist), aber nicht mehr Schulaufgabe. Hier schreibt man Klassenarbeiten. Exen gibt es nicht, insofern ist auch das Problem mit dem richtigen Artikel gelöst (oder das mit dem h in der Stegreifaufgabe). Bayern ist das Bundesland, in dem es viele Regeln für Dinge gibt, die hier jeder macht wie er meint. Ich weiß noch nicht, was besser ist. In Bayern weiß man, woran man ist, hier hat man die Freiheit. Größtes Glück für einen Deutschlehrer: man muss keine Übungsaufsätze schreiben.

Drei Wochen Schule und ich muss sagen: ich habe nette Schüler! Die meisten sind extrem unanstrengend. Ruhig, freundlich, fragen nach, melden sich, wollen etwas lernen. Das kenne ich so nicht. Zumindest nicht so extrem, nicht so klassenweise. Gleich drei 12. Klassen, die ich allesamt küssen könnte. Ungewohnt.

Drei Wochen Schule mit lauter Klassen, die ich mindestens ein Jahr lang unterrichten werde. Auch das ist neu. Vielleicht werde ich meine 12ten auch zum Abitur führen (hier nach der 13.), also noch ein weiteres Jahr haben, das ist sogar wahrscheinlich bzw. üblich. Die Schüler können und müssen sich an mich gewöhnen. Sind mir richtiggehend ausgeliefert. Auch hier weiß ich noch nicht, ob das gut ist.

Drei Wochen Schule und die Erkenntnis, wie sehr mich meine Seminarlehrer geprägt haben. Ich versuche Farben im Tafelbild einzusetzen und die Überschriften als Fragen zu formulieren. Ich schreibe mir Zettel für die Ausfragen, mit Frageoperatoren statt W-Fragen, Transferfragen und erwarteten Antworten. Ich muss mir Aufsatzarten mühsam selbst erarbeiten, weil mir das leider nicht vermittelt wurde. Ich schreibe alle Vokabeln in Italienisch an die Tafel, statt sie die Schüler aus dem Buch abschreiben zu lassen. Ich habe nachts absurde Ängste, dass mich am nächsten Tag jemand im Unterricht besuchen kommen könnte. Prägend, dieses Referendariat.

Drei Wochen Schule und die Erinnerung, was ich an diesem Beruf von Anfang an gemocht und was ich gehasst habe. Die Vorbereitung macht oft Spaß. Das Unterrichten manchmal. Ich mag es, wenn ich glaube, dass die Schüler das Leuchten in meinen Augen sehen, wenn ich von etwas begeistert bin und es weitergeben darf. Ich leide mit den Schülern, wenn ich trockenen Stoff vermitteln muss. Ich mag, wenn die Schüler etwas lernen von mir und wenn ich mit ihnen lachen kann. Und dann gibt es die Tage, da säße ich lieber in einem Maulwurfsloch als auf dem Präsentierteller vor der Klasse. Ich hasse es, Schüler zu bestrafen, immer noch. Dann klopft mein Herz ganz laut. Aber ich habe gelernt, dass es nicht anders geht, wenn ich nicht will, dass mir alles über den Kopf wächst und ich nicht mehr gerne in die Schule gehen möchte. Wehre den Anfängen! zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind.

Drei Wochen Schule und ich merke, was ich gelernt habe. Vieles ist Routine, über Manches muss ich nicht mehr nachdenken, auch wenn ich es ein ganzes Jahr lang nicht mehr getan habe. Ist doch wie Autofahren. Was ich auch gelernt habe: auf mich aufpassen. Daran arbeite ich, aber es wird gehen.

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Hochzeit mit dem Lieblingsmenschen

Der Lieblingsmensch und ich, wir führen ja eine moderne Beziehung. Unter anderem laufen bei uns ganz viele Dinge online. So begann das alles jedenfalls vor sechs Jahren und setzte sich fort mit täglichen und nächtlichen Mails. Aber auch mit einem ersten Treffen am 25. August 2005 (wohlgemerkt schon nach erst sieben Mails) im Café Mozart in München. Und wie das mit dem ersten Kuss war, das steht ja sowieso schon in meinem Blog (wobei ich dieses Blog ja sozusagen von ihm geschenkt bekam). Da kann man auch nachlesen, dass es schon ziemlich bald ziemlich hoffnungslos um mich stand und ich dem Lieblingsmenschen rettungslos verfallen bin.

Nachdem unsere Geschichte also sowieso schon im Internet steht, kann man hier ja auch kurz von der neusten Entwicklung berichten: der Lieblingsmensch und ich, wir haben uns geheiratet. Er mich und ich ihn. Erste Anläufe dazu fanden mal wieder per Mail statt, in Sydney gab es im März 2011 dann aber auch nochmal einen Antrag von ihm, mit Ring und so. Und zwar im thailändischen Restaurant “Green Chillies” in Sydneys Alternativ- und Schwulenviertel (entlang der Oxford Street). Dort fühlten wir uns nach jahrelangem Wohnen in Münchens Glockenbachviertel natürlich fast zu Hause und mit Chillies hat es mein Liebster ja ohnehin…

An vorgeschriebene Reihenfolgen haben wir uns selten gehalten, deshalb gibt es jetzt nach der Hochzeit auch keine Hochzeitsreise. Die gab es schon vorher, Marc und ich und das Beutelthierchen sind gute vier Monate (von Januar bis Mitte Mai) durch Neuseeland und Australien getourt. Gut dokumentiert ist das hier, natürlich wieder online, Fortsetzung folgt übrigens noch (am Ende der Reise waren wir etwas faul, aber das wird noch nachgetragen!).

Es soll ja Leute geben, die sich nach der Hochzeitsreise gleich wieder trennen, weil sie es miteinander nicht aushalten. Uns konnte das auf diese Weise nicht passieren. Und auch nachdem wir vier Monate quasi dauernd zusammen, dauernd in einem Raum bzw. Auto bzw. Camper waren, ohne Unterbrechungen, wollten wir trotzdem noch heiraten. Mein Vater nannte das in seiner Hochzeitsrede den “größten denkbaren Stresstest”, den wir bestanden haben. Also setzten wir den Plan schnellstmöglich in die Tat um und am 6. August 2011 war es schließlich so weit.

16 ausgewählte Gäste wurden um 11:30 Uhr in die Uhrenstube in Schwäbisch Gmünd geladen. In diesem holzgetäfelten Trausaal mit Butzenscheiben fanden wir eine sehr freundliche und fröhliche Standesbeamtin vor, die eine schöne Ansprache mit zahlreichen Erich-Fromm-Zitaten hielt. Und sprachen schließlich beide aus, weshalb wir gekommen waren: Ja! Ringwechsel, Kuss, Gratulationen, Sektempfang im Sonnenschein im Spitalhof mit all den lieben Menschen – alles verging wie im Fluge!

Über den Marktplatz und vorbei an der romanischen Johanniskirche lief unser Hochzeitszug dann zum Rokokoschlösschen, dem 1780 vom damaligen Bürgermeister Gmünds (Georg Franz Stahl Edler von Pfeilhalden) für seine Frau errichteten Lustschloss, ein Traum in rosarot! Nachdem das Mittagessen mit gebackenem Ziegenfrischkäse, Schwäbischem Filetpfännle oder gebratener Lachsforelle und Nachtisch im stuckverzierten, kronleuchterbehangenen und teilvergoldeten Saal eingenommen war, machten wir uns auf den Weg zur Kaffeetafel. Eine zweistöckige Hochzeitstorte mit Marzipan-Brautpaar konnten der Lieblingsmensch und ich dann gemeinsam anschneiden (und verspeisen!). In Wohnzimmer und Garten, bei Kaffee, Kuchen, Fußballgekicke und Begutachtung unseres Zoos klang unsere Feier dann aus.

Ich habe in eine sehr besondere Familie eingeheiratet, so kann man das vielleicht sagen. Jedenfalls leben wir jetzt zu fünft (eine Generation) in einer Villa Kunterbunt mit kunterbuntem Garten, dem Hund Balu, der Katze Felix und vielen Fischen, die in einem großen Teich herumschwimmen und alle auch einen Namen haben. Auf dem Land in der Nähe von Schwäbisch Gmünd. Im Garten setzen wir jetzt die Kiwi-Pflänzchen ein, die wir von meiner lieben Trauzeugin und besten Freundin geschenkt bekommen haben. Denen erzählen wir dann von Neuseeland, damit sie kein Heimweh bekommen.

Und wir beide, der Lieblingsmensch und ich, versuchen in die Tat umzusetzen, was mein Vater uns mitgegeben hat in seiner Rede: “Mit jedem Wechsel der Lebensumstände – und seien es auch nur die dahinfließenden Jahre – verändert sich der Mensch, langsam, unmerklich. Die große Aufgabe in der Ehe ist es, seine Liebe diesen Wandlungen anzupassen. Da die Liebe keine Forderung an den Partner ist, sondern ein Geben, bedeutet dies ständige Liebesarbeit.” Möge uns diese Arbeit an der Liebe gelingen! Und uns viel Spaß machen!

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Umleitung

Hier geht es vorerst nicht weiter. Denn die Sprachspielerin ist momentan mit Marc von der Wissenswerkstatt und einem Beutelthierchen am anderen Ende der Welt (Neuseeland und Australien) und berichtet darüber unter www.beutelthierchen.de. Also Reiseberichte, ist ja auch eine literarische Gattung. Bitte benutzen Sie die Umleitung.

P.S. Die lebensverschönernden Maßnahmen hat es übrigens durchaus gegeben, sie sind aber leider im Nirvana des Internets verschollen…

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Lebensverschönernde Maßnahmen

Ich habe beschlossen, dass etwas anders werden muss. Es ist nicht der erste Januar, also kein klassisches Datum für gute Vorsätze, aber so lange kann ich wirklich nicht warten! “Alles neu macht der Mai” muss da als Motto reichen.

Ich habe hier geschrieben, dass 2009 das schlimmste Jahr meines Lebens war. Und nun möchte ich dafür sorgen, dass 2010 da deutlich, sehr deutlich besser wird. Nicht, dass es in Gefahr stünde 2009 zu toppen, da kommt so schnell nichts heran, nein, eigentlich war 2010 bisher schon ganz okay, meistens erträglich, manchmal mehr als das. Trotzdem kann es noch besser werden. Kann ja immer. Und trotzdem möchte ich noch, dass da viel mehr Abstand dazwischenliegt, bezüglich der Lebensqualität, zwischen 2009 und 2010. Trotz auslaufendem Referendariat, das heute noch genau 40 Tage bis zur allerletzten Prüfung dauern wird. Ab 1. August kommen die Sommerferien und Zeit für Pläne und Träume, aber so lange mag ich nicht mehr warten.

Also muss es jetzt sofort losgehen mit meinen “lebensverschönernden Maßnahmen”. Und das meint eigentlich nicht mehr als: genau hinschauen, bewusst wahrnehmen, Kleinigkeiten genießen, Lebenslust auskosten und festhalten. Jeden Tag ein bisschen. Das kann ein gutes Essen sein, eine nette Begegnung, ein Film, intensives Musikhören, ein Stück Schokolade, die Ringelstrumpfhose, die ich trage, eine Umarmung, das Lächeln eines fremden Menschens, Sonnenstrahlen, ein Klavierstück, ein lustiges Erlebnis in der Schule, ein gutes Glas Wein, ein Gespräch, ein Kuss, ein Gedicht, das mich findet. Oderoderoder. Ganz egal. Ein liebenswertes, lebenswertes Detail jedes einzelnen Tages. Und damit mir das nicht nur so vorbeiflutscht und dann wieder weg ist, damit ich es bewusster erlebe und weniger leicht vergesse, möchte ich diese lebensverschönernden Maßnahmen hier festhalten, jeden Tag mindestens eine.

Heute wird begonnen, denn dieser Tag ist der erste Tag des Rests meines Lebens, wie es so schön heißt. Mal sehen, was daraus wird, aus meinem guten Vorsatz. Aber so schwer kann das ja eigentlich nicht sein. Ein bisschen wie Tagebuchbloggen, aber eben nur in Auswahl. Und vielleicht macht es dem ein oder anderen ja Spaß, hier mitzulesen und regt ihn an, selbst die ein oder andere lebensverschöndernde Maßnahme zu ergreifen.

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Tocotronic – Im Zweifel für den Zweifel

Ein Text so großartig, dass ich ihn hier einfach mal unkommentiert einstellen möchte. Von Tocotronic, versteht sich, von der wunderbaren neuen CD “Schall und Wahn”:

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für den Zweifel
Und für die Pubertät
Im Zweifel gegen Zweisamkeit
Und Normativität

Im Zweifel für den Zweifel
Und gegen allen Zwang
im Zweifel für den Teufel
Und den zügellosen Drang

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für Verzärtelung
Und für meinen Knacks
Für die äußerste Zerbrechlichkeit
Für einen Willen wie aus Wachs

Im Zweifel für die Zwitterwesen
Aus weit entfernten Sphären
Im Zweifel fürs Erzittern
Beim Anblick der Chimären

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Mir bleibt noch zu erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Im Zweifel für den Zweifel
Und die Unfassbarkeit
Für die innere Zerknirschung
Wenn man die Zähne zeigt

Im Zweifel fürs Zusammenklappen
Vor gesamtem Saal
Mein Leben wird Zerrüttung
Meine Existenz Skandal

Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Bleiern wird mir meine Zeit
Und doch muss ich erwähnen:

Im Zweifel für Ziellosigkeit
Ihr Menschen, hört mich rufen!
Im Zweifel für Zerwürfnisse
Und für die Zwischenstufen

Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform

Reinhören kann man in den Song übrigens hier bei myspace.

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Einstellungssituation an Gymnasien nach dem Referendariat in Bayern

Nur 5% der Referendare, die Fächerkombinationen mit Deutsch oder modernen Fremdsprachen haben und jetzt zum Halbjahr 2010 ihr Referendariat beendet haben, bekommen eine Anstellung als Gymnasiallehrer an bayerischen Schulen, während es im letzten Halbjahr noch 100% der Bewerber waren. Während letztes Halbjahr also alle Referendare bis zu Notenschnitten von 3,5 übernommen wurden, liegt der Einstellungsschnitt bei Deutsch/Geschichte (Lehramt Gymnasium) jetzt plötzlich angeblich bei 1,1 usw. (die Zahlen gehen etwas auseinander). Von 90 Referendaren mit Deutsch oder modernen Fremdsprachen werden anscheinend bayernweit nur 4 in den Staatsdienst übernommen. Die Referendare bekommen auch keine Angestelltenverträge, sie müssen sich selbst Aushilfsverträge organisieren (wobei viele Bewerbungsfristen inzwischen schon abgelaufen sind) oder aber Hartz IV beantragen (Arbeitslosenhilfe bekommt man nicht, wenn man zuvor “nur” als Beamter tätig war). Die Referendare sind hiervon völlig überrascht worden, nur vier Wochen vor Ablauf ihrer Beschäftigung wurde es ihnen bekannt gegeben, sodass sie sich nicht darauf einstellen oder vorbereiten konnten. Der Unterricht an den Gymnasien wird immer mehr von Referendaren statt von fertig ausgebildeten Lehrern oder aber auch von Aushilfen bestritten, denn diese kosten natürlich deutlich weniger. Mehr zu dieser Situation hier beim Bayerischen Philologenverband. Der Philologenverband lädt deshalb zu einer Pressekonferenz mit dem Titel “…ene mene meck und du bist weg! – Dramatische Wende auf dem Arbeitsmarkt für Gymnasiallehrer”, am Dienstag, den 19. Januar 2010, 10.00 Uhr, in der Geschäftsstelle des Bayerischen Philologenverbandes, Implerstraße 25 a, 81371 München (gleich bei der U3/U6-Haltestelle Implerstraße). Es kann sicher nicht schaden, wenn hier viele aktuell betroffene Referendare Präsenz zeigen!

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Rot

Kerstin Klein, die mehrere Blogs hat (hier, hier und hier), hat im neuen Jahr 2010 ein Projekt-Blog gestartet, in dem es um die Frage geht “Was bedeutet ROT für Dich” oder auch “What is RED for you“. Jeden Tag wird dazu eine Antwort veröffentlicht. Ich habe natürlich gerne mitgemacht und mein Gedicht wurde am 9. Januar dort veröffentlicht. Hier ist es nochmal:

Rot

Vielleicht
das Blinken am Telefon, wenn
Du mir eine Nachricht
hinterlässt oder
das Herz, das
ich Dir male.

Rot ist,
wenn wir uns küssen.

Wenn Du Deinen Namen
in mein Herz ritzt,
das ist rot.

Ich weiß ja nicht genau, ob Kerstin genug Teilnehmer hat, aber das Jahr hat noch viele Tage und wenn jemand Lust hat mitzumachen, kann er bestimmt gerne bei Kerstin anfragen (Mailadresse findet sich im Blog).

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Knutschen und Nietzsche – Mehr Bildung in Blogs

Literatenmelu hat in ihrem Blog dazu aufgerufen, bei ihrer Aktion “Mehr Bildung in Blogs” mitzumachen. Nachdem es nur gilt, einige Fragen zu beantworten, ich mich eben wieder ans Bloggen gewöhne und es außerdem etwas zu gewinnen gibt, lege ich jetzt also einfach mal los:

1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Das beste an meiner Schulzeit war wahrscheinlich Knutschen und Nietzsche. Mit dem Knutschen habe ich recht bald angefangen und den Unterhaltungswert zu schätzen gelernt und deshalb auch nicht damit aufgehört, als ich irgendwann noch lieber Nietzsche unter der Schulbank las. Ab der 9. war ich in einer Klasse mit 20 Jungs und 2 Mädchen, ich hatte also Auswahl. Ansonsten war die Schule eher langweilig, meine Noten waren ohne große Anstrengungen gut und eine Zeit lang war ich jede Woche ungefähr einmal nicht in der Schule, was weder mir noch meinen Noten geschadet hat. Höchstens dem Knutschen.

In der 10./11. Klasse war mir dann so langweilig, dass ich nicht nur während der Schulzeit unter der Bank gelesen (oder geschrieben) habe, sondern gleich studieren musste. Nachmittags ging ich also in die Hochschule für Politik, um Philosophie zu studieren. Apropos, mein großartigster Lehrer – trotz Nietzsche und trotzdem ich immer erklärte Atheistin war – war sicherlich mein Lehrer in katholischer Religion, Herr Hilz-Merthan, den ich immer jedem Ethiklehrer (zu dem ich ja freiwillig hätte gehen können) vorgezogen habe und dem ich bis zum Abitur treu blieb.

Dann gab es noch den alten Physiklehrer, der der Ansicht war, Mädchen können in Physik sowieso nichts, was meinen Ehrgeiz so anstachelte, dass ich in diesem Schuljahr nur Einser hatte. Meinen Griechisch-Lehrer mit seinen liebenswerten Macken und dauernden Zahnproblemen werde ich sicher auch nie vergessen, genausowenig wie meine Latein- und Deutschlehrerin in der 5./6. Klasse, die streng und gut und nett war, aber manchmal Strumpfhosen unterm Rock trug, durch die man ihre langen Haare an den Beinen sehen konnte.

Das mit dem Nietzsche (und Sartre und Camus und Hesse und Mann und was weiß ich alles) unter der Schulbank hatte aber auch zur Folge, dass “unwichtigere” Fächer völlig an mir vorüber gezogen sind. Hatte ich jemals Erdkunde? Keinen blassen Schimmer. Wirtschaft und Recht? Sozialkunde? Chemie? Kann mich nicht erinnern…

2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Da wären zum einen natürlich Stift und Papier, welchen ich immer große Aufmerksamkeit gewidmet habe, die Hefte und Hausaufgabenhefte mussten “schön” sein, wurden teilweise aus Frankreich importiert (später auch die Ordner), um etwas “besonderes” zu haben und mit Stiften wurde viel herumexperimentiert: verschiedene Füller (normal und mit Kolben, teils mit abgeschrägter Feder etc.), verschiedenfarbige Tinten (grün, rosa, lila…), ein Schuljahr lang habe ich auch fast nur mit Bleistift geschrieben. Schreiben habe ich immer gemocht, was die Lehrer dazu sagten, die die Farbexperimente nicht immer begrüßten, war mir egal.

Die Lehrer arbeiteten natürlich mit Tafel+Kreide und auch mal dem Overheadprojektor, ich kann mich auch an wunderschöne, riesige Karten im Geschichts- und Griechischunterricht erinnern (den Erdkundeunterricht habe ich ja wie gesagt verpasst), wobei allerdings am spannendsten war, wer die Karten holen durfte und dann wie und mit wie vielen Unfällen an den Kartenständer hängte (was möglichst viel Zeit in Anspruch nehmen sollte). In Bio gab es manchmal irgendwelche 16mm-Filme, die waren toll. Und in Englisch haben wir auch mal ein Lied auf Kassette angehört, das natürlich alle grauenhaft fanden. Aus Prinzip. Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

Trotz meiner Begeisterung für Bücher konnte ich mich für Schulbücher nie wirklich erwärmen und habe sie so gut es ging geschleppt und ignoriert. Ach ja, einen Computerraum gab es an der Schule auch, ja genau, einen, aber ich kann mich nur an ca. 2 Besuche erinnern und an irgendwelche Spiele, die man dort dann spielte. Aber vielleicht habe ich auch einfach nicht aufgepasst.

3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Oh, na darüber schreibe ich besser ein andermal, das würde den Rahmen hier sprengen. Und vielleicht mache ich das auch erst, wenn ich mit der “Lehrerausbildung” fertig bin. Nur so viel: es würde sehr helfen, wenn man irgend jemanden hätte, der einen durch diese schwierige Zeit leitet und wirklich “betreut” und der einen nicht gleichzeitig auch bewertet, denn so jemanden gibt es in Bayern im Referendariat nicht. Und klar, an der Uni müsste auch schon vieles anders laufen.

4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Doch, gerne, habe es schon zwei Mal versucht, einmal mit der “Romantischen Schule” und einmal mit der “Klassikklasse”, beide Male in einer 12. Klasse, Grundkurs Deutsch, mit unterschiedlichem Ergebnis, würde ich sagen. Auch das will an anderer Stelle noch genauer analysiert werden.

5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Ehrlich gesagt kenne ich mich da weder mit entsprechenden Online-Angeboten noch mit Nachhilfe generell genug aus, um diese Frage sachkundig beantworten zu können. Ergänzen? Warum nicht. Ersetzen? Ich glaube, es ist unersetzbar, dass ein Schüler eine Frage stellt und dann individuell etwas erklärt bekommt.

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Dinge

sich dabei zusehen
wie man dinge
genau falsch
macht

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