Haidhauser Werkstattpreis

Anfang Dezember war ich ja bei einer Lesung im Münchner LiteraturbüroAbendsiegerin‘ und darf somit an der Abschlusslesung um den Haidhauser Werkstattpreis teilnehmen. Jetzt habe ich erfahren, dass diese Lesung im Münchner Gasteig voraussichtlich am Samstag, den 23. Februar stattfinden wird, genauer Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben. Wer sich den Abend aber schonmal freinehmen mag, ist herzlich dazu eingeladen, denn auch hier wird wieder das Publikum per Abstimmung über den Preisträger entscheiden.

Nachtrag: Die Lesung findet also am 23.2. um 19 Uhr im Vortragssaal der
Münchner Stadtbibliothek am Gasteig, Rosenheimer Straße 5 statt.

Noch ein Nachtrag: ausgegangen ist es so.

14 Comments for “Haidhauser Werkstattpreis”

says:

Naja, ich betrachte das eher nach dem Motto ‘Dabeisein ist alles’, sehr schön dass ich mal im Gasteig lesen darf, aber größte Chancen rechne ich mir da nicht aus… Ich bin auch nicht so der ‘Lese-Profi’, fürchte ich, aber das müssen dann die anderen entscheiden…

says:

Es entscheiden immer “die Anderen”. Streng genommen sind wir Dienstleister, nicht wahr? Hörbuch Echtzeit, sozusagen – und, seien wir ehrlich, das einzige, was wirklich zählt. Ich beneide Dich um die Möglichkeit, die Texte üben zu können – das wünsche ich mir auch immer wieder.

says:

Und wieso kannst Du das nicht? Weil die Texte nicht rechtzeitig fertig werden zum Üben?
Wie ich aber herausfinden konnte, bist Du (im Gegensatz zu mir) beim Lesen 1. kein bisschen nervös, kannst das 2. sehr gut und fühlst Dich 3. auf der Bühne offenbar sehr wohl. Bei mir ist es ja nun so, dass ich eigentlich erst genau ein Mal einen Text von mir in der Öffentlichkeit gelesen habe (bei der Vorausscheidung) und nicht so sehr der ‘Bühnenmensch’ bin… Aber ich werd’s überleben…

says:

In der Tat, ich habe da eine schlimme Krankheit, deren Ursprung ich nicht genau kenne. Wenn ich einen Text in der mache habe, setze ich idiotischer Weise die Premierenlesung bereits an, ehe er fertig ist. Natürlich brauchen Texte immer länger, als man denkt, und so kommt es immer so, daß die letzte Nacht vorher halbwegs durchgemacht wird und man völlig überhetzt zur Lesung kommt und natürlich nicht zum Üben gekommen ist. Ich sag mir jedes Mal, daß ich es das nächste Mal anders mache, aber schon im nächsten Satz setze ich schon die nächste Lesung an. (Gestern zum Beispiel den “Gläsernen Sarg”). Vielleicht bin ich bei den Magisterprüfungen süchtig geworden und brauche den Streß? Keine Ahnung.
Und, ja, ich fühle mich ausgesprochen wohl auf der Bühne. Die Leseperformance leidet nur oft unter dem selbstverschuldeten Übungsmangel, was aber die wengsten zu merken scheinen.
Beim Lesen ganz wichtig: Laß Dir Zeit, laß Dir Zeit! (Ich sollte mir das irgendwohin tätowieren) Ließ wie ein zu langsames Tonband, es kann nicht langsam genug sein. Ich lese (wenn ich ungeübt lese) immer zu schnell und raube dem Text viel von seinen Potentialen… so, jetzt aber genug, sonst bekomme ich wieder den Preis für den längsten Kommentar…

says:

Naja, es geht ja noch mit der Länge und in diesem Fall kann ich wirklich jeden Tip gebrauchen. Das wird zwar wahrscheinlich nicht dazu führen, dass ich mich auf der Bühne wirklich wohlfühle, aber das mit der ‘Langsamkeit’ stimmt natürlich! Und Pausen! Die vergesse ich dann auch ganz gerne mal in der Aufregung! Aber ob ich mir das bis dahin merken kann…
Und ob ich nun so viel zum Üben komme: ich habe am 19. und 21. 2. schriftliche Staatsexamensprüfungen in Germanistik, so richtig viel Zeit habe ich also auch nicht…

says:

Übung mach den Meister. Ich vermute, Du wirst eher kürzere Texte (also alles unter einer Stunde Lesezeit) vortragen, soweit ich mich hier mal umgeschaut habe. Das ist gut. Da kannst Du vorher gut üben, ausprobieren, wo Du mit den Worten spielen kannst, mal dehnen, mal raffen. Lieber weniger Texte als mehr, Zeit lassen, mit den Betonungen jonglieren, als den Fehler, wie ich ihn bei Lesungen auch nach 12 Jahren immer noch gerne mache: dem Publikum ganz viel bieten zu wollen (und natürlich ganz neu!) und sie dann zu Tode zu lesen – in der Art, daß eine Lesung dann gelungen ist, wenn das Auditorium mit glasigen Augen rausstolpert und erst einmal verdauen muß.
Lockerkeit kommt gut an, eine gewisse Nonchalance. Vielleicht bei Lesungen mehrerer Leute nicht ganz so wie bei Autorenlesungen, aber am Anfang ist das unbekannte Auditorium zuweilen etwas, mh, zu steif und trauen sich nicht recht zu lachen. Die Auftauphase, bis sie merken, daß Literatur auch unterhaltsam sein darf (wenn das Dein Anspruch ist, Brot essen ist wichtig, finde ich, besonders mit guter Butter) kann durch ungezwunges Auftreten sehr verkürzt werden. Auch Autoren sind Menschen. Bei ganz steifem Publikum ist es sogar zuweilen ganz praktisch, mal das Wasserglas umzuwerfen und über den Text fließen zu lassen (Achtung! Laserdruck, nicht Tintenstrahl!), um mit einem kleinen Anekdötchen über gewissen Ungeschicklichkeiten die ersten Berührungsängste zu brechen :-D, wenn das Eis gebrochen ist, wirst Du selbst auch unverkrampfter. Öhm… lehramtest Du?

says:

Ja, ich ‘lehramte’, bin aber dennoch keine Alleinunterhaltungskünstlerin… Und ‘Bühne’ ist dann der Nervosität wegen doch etwas anderes. Und: einige Probleme stellen sich bei mir tatsächlich nicht, ich weiß nicht, wann ich drankomme (es werden so 8-11 Leute lesen, denke ich und die Reihenfolge wird ausgelost) und wie locker das Publikum dann ist (wenn sie noch wegen dem letzten vor sich hinkichern ist das ja auch irgendwie doof) und ich habe höchstens zehn Minuten. Und der Text steht auch schon fest, es ist dieser hier (Bettgeschichten), denn man muss denselben wie bei der Vorausscheidung lesen. Der dauert eher 7 Minuten oder so. Ich wollte ihn aber eigentlich noch etwas verbessern/umschreiben, mal sehen, ob ich noch dazu komme… Und ich denke, das mit dem Wasserglas lasse ich dann doch besser sein… 😉

says:

Kicherkicher. Ich wollt dies’ Jahr (1. Hälfte) eh was in München machen, einer meiner Lieblings-Dauerleser wohnt da und bettelt schon seit Monaten, daß ich doch mal in der Heimatstadt des Weißbieres lese.
Das einzige, was mir da unten im Weißblauen fehlt, ist die eine oder andere Örtlichkeit (ruhiges Café, offenherzige Buchhandlung oder Bibliothek, AstA-organisierte Räume. Ich hab bayrischer Weise so um die 15-20 Leute, die einen Besuch im Freistaat herbeiwinseln.

Laß uns doch mal zusammen die Bühne bevölkern 😉

P.S.: Natürlich sind Lehrer Alleinunterhalter ;-). Ich finde vor einer Klasse zu stehen anstrengender als auf der Bühne.

says:

Oh, sehr gerne! So kneipenmäßig lässt sich hier ja bestimmt auch was finden (am Suchen würde ich mich auch beteiligen), nur habe ich wie gesagt gerade in der 1. Jahreshälfte nicht viel Zeit, ab Ende Juni ist dann aber alles besser…
Zum P.S.: Ja, irgendwie sind Lehrer das schon, aber es ist halt doch was ganz anderes! Und eine Typfrage… Ich bin halt doch eher ein schüchternes, kleines Mädchen… 😉 Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber ich fühle mich ‘angreifbarer, verletzlicher’, wenn ich Texte von mir lese, als wenn ich was über griechische Geschichte oder ein Gedicht von Rilke erzähle… Und: ich habe das halt fast noch nie gemacht.

says:

Daß Du aktuell wenig Zeit hast, kann ich sehr gut nachvollziehen: Ich bin in der Magisterzeit gar nicht aufgetreten, was bei bei einer durchschnittlichen Bühnenfrequentierung von einmal die Woche, Tendenz (wieder) steigend, schon etwas heißen will. LA ist natürlich etwas anderes als MA, besonders mit Hauptfach Mediävistik, Antikenrezeption im MA und Linguistik, aber da eh zwei Monate Vorlaufzeit für Werbung etcpp. eingeplant werden sollten, ist ein sömmerliches Augfassen gar nicht mal so schlecht. Ist auch ein nettes Aufhängerlein gegen das postprüfliche Loch. Mh… mh… das eigentliche Bewerben und Aushandeln ist kein Problem. Nur das Aussuchen potentieller Orte ist immer die Sache, wenn man sich nicht auskennt. Das Internet zeigt stets nur die Maske, die Leute, Institutionen oder eben Veranstaltungsorte vorzeigen, nur ein “Einheimischer” kann ernsthaft sinnvolle Tipps geben, wo nette Leute sind und hingehen…

Zu schüchtern-kleinen Mädchen mit Beauvoir im Handtäschchen: Es ist von Vorteil, sich für die Bühnenzeit selbst zur Maske zu machen, eine Art doppelte Spiegelung, die Dir eine Distanz verschafft, hinter der selbstinszenierend äugend man lernen kann, daß das alles gar nicht so schlimm und das Auditorium kein hungriger Haufen Hyänen ist, das Deine schameszerfetzten Reste nach Erdversenkung von der Bühne lecken will. (Es sei denn, das Auditorium besteht aus “Schriftstellern”, die noch keinen Erfolg haben – die sind wirklich unangenehm aus zu gleichen Teilen gemischen Minderwertigkeitskomplexen, Überempfindlichkeit und Konkurrenz-Wahnsinn 😉

says:

Na, das mit dem Schriftsteller-Auditorium ist bei diesen Lesungen im Literaturbüro genau das Problem: die meisten schreiben selbst und lesen dort mal und versuchen mit ihren Texten da zu gewinnen, da sitzt fast niemand im Publikum, der nicht selbst schreibt (außer den ‘Mitgebrachten’ natürlich, aber die sind dann auch parteiisch), denke ich, und das macht sich durchaus bemerkbar! Ich werd’s überleben, ich sehe es einfach als eine gute Übung!

Und zu den Orten/Organisation etc. schreib’ ich Dir mal eine Mail, das dürfte kein großes Problem sein…

Zu LA/MA: Du meintest jetzt aber nicht, dass MA anspruchsvoller ist, oder? Da müsste ich sonst lachen! Wie gesagt: ich habe genau 18 Prüfungen (4 habe ich auch schon hinter mir, insgesamt sind es also 22 Prüfungen), davon 7 (bzw. 8 ) schriftliche, ihr habt genau 1 schriftliche, nicht wahr? Und ihr wisst ja für gewöhnlich, was dran kommt (eines von drei/vier Themen, die ihr selbst gewählt habt, wenn mich nicht alles täuscht), bei LA behandeln die Klausuren z.B. ‘Die Geschichte der Antike’ oder die ‘Medävistik’, irgendwas daraus wird halt gefragt, ohne dass ich auch nur irgendwie einschätzen kann, was, die Fragen können dennoch ziemlich detailliert sein, ich kann also einfach mal ‘alles’ lernen (wenn ich könnte).

says:

Ich kann nicht pauschal von LA/MA reden, schon gar nicht bei verschiedenen Unis. Da ich selber ein bisschen an der Uni “gelehrt” (wenn man Tutorien so nennen kann) habe (LA und MA), könnte ich zumindest die Behauptung aufstellen, daß ein MA Hauptfach Mediävistik bei Prof. Kern in Bonn kein Vergleich zu den Abschlüssen war, die ich in meinem Freundeskreis (sowohl MA wie auch LA) an der selben Uni mitbekommen habe, sowohl prüfungstechnisch wie insbesondere vom Studienumfang. Ich denke, daß man beim MA einfach die Möglichkeit hat, sich den Anspruch selbst auszusuchen (zum Leichten ebenso wie zum Schlechten hin), ansonsten halte ich die Abschlüsse durchaus für gleichwertig, nur anders gelagert. Abschlusstechnisch im Sinne des Gewichtes von Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit und von Prüfungen. Eine Wertung habe ich nicht vornehmen können. Sollte ich – was unwahrscheinlich ist – noch ein LA machen, könnte ich das vielleicht, so aber nicht. Die Dipl-Leute hadern ja auch ständig mit den MAlern, was denn nur schwerer sei oder mehr weit, obwohl MA einfach nur die Bezeichnung eines Dipl in den Geisteswissenschaften ist. Aber verbessere mich bitte, wenn ich falsch liege, hier kommt die Subjektivität doch arg zum Tragen ;-).

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