Twitterweisheiten

Auch ich komme immer öfter in die Verlegenheit, twitterabstinenten Freunden erklären zu müssen, was Twitter eigentlich sei. Wie ein Blog ist auch Twitter zuerst einfach mal ein Medium, ein Kommunikationsinstrument (und das sagt erstmal überhaupt nichts über die Qualität aus). Zwar steht über den jeweils verfügbaren 140 Zeichen die vorgegebene Frage “What are you doing?”, ob oder ggf. wie man diese Frage aber mit seinem Tweet (so heißt die einzelne Äußerung in Twitter) beantworten will, bleibt einem durchaus selbst überlassen. So reicht also die Bandbreite, wie man Twitter füllen kann – wie bei Blogs – von banalem (und oft dennoch interessantem) Alltagsgeschwätz über das Essen, die Katzen und das Fernsehprogramm bis hin zu hochwertigen Wortspielen, Aphorismen und jetzt eben auch ‘Twitterweisheiten’.

Alles begann gestern mit einem kleinen Gesprächsgeplänkel zwischen der (Wissens-)Werkstatt und dem guten Bosch, der schrieb:

Ein Tag ohne neue Follower ist ein verlorener Tag. #twitterweisheiten

worauf die (Wissens-)Werkstatt antwortete:

Der nächste Tweet ist immer der Schwerste! #twitterweisheiten

Damit war also eher zufällig der Begriff und die Idee der ‘Twitterweisheiten’ geboren, die sich in der Folge eines heftigen Zuwachses erfreuen durften. Einen Überblick (der immerzu aktualisiert wird) findet man dazu auf Summize unter dem Suchbegriff Twitterweisheiten. Von Fußballtweets und Sprichwörtern war man dann bald auch zur Twittersophie gelangt und es gab einen kleinen Durchlauf durch die Philosophiegeschichte, von den Vorsokratikern Heraklit und Xenophanes über den Sophisten Protagoras und Sokrates schließlich auch zu Aristoteles. Man löste sich aber auch von den Griechen und stieß über Kant bis zu Heidegger, Camus, mehrmals sogar Wittgenstein (woraufhin der Titel Twittgenstein verliehen wurde) und auch zu Deleuze vor.

Besonders freut mich, dass unsere Twitterweisheiten schon weltweit Anhänger gefunden haben und von Isabella Mori (moritherapy) inzwischen in einem sehr vergnüglichen Blogpost teilweise ins Englische übersetzt wurden. Daraufhin musste ich natürlich auch gleich eine englische Twitterweisheit tweeten. In der Literatur wären hier noch einige Lücken zu füllen (nur Heine tauchte schon auf), auch Bibelzitate waren bisher noch spärlich gesät, aber die guten alten Sprichwörter sind ja auch einfach schön, wie dieses hier von textundblog:

Reden ist Silber, Twittern ist Gold. #twitterweisheiten

In diesem Sinne wünsche ich euch ein besinnliches Wochenende, es lohnt sich sicher, hier in den Twitterweisheiten zu blättern und ab und an wieder hineinzuschauen, was uns Neues eingefallen ist. Und für die, die selbst (noch) kein Twitter haben: hinterlasst doch eure Twitterweisheiten einfach hier in den Kommentaren, ich twittere sie dann sehr gerne stellvertretend für euch! Hier im Blog klappt das jetzt übrigens auch endlich besser, dass meine letzten Tweets rechts unten angezeigt werden.

10 Comments for “Twitterweisheiten”

says:

Da sieht man einmal, wie viel (internationale!) Aufmerksamkeit man mit so ein paar Wortspielchen generieren kann. Und die Entstehung sowie die folgende Ausweitung dieses Twittermemes ist hier sehr schön beschrieben worden.

By the way: Die Sprachspielerin hat ja auch ein höchst interessantes Blog, das soeben – nachdem ich es über Twitter entdeckt habe – in meinen Feedreader gewandert ist. Danke für die lesenswerten (und die noch kommenden) Sprachspielereien.

says:

Vielen herzlichen Dank für die Komplimente!
Hat sonst noch wer ein Lob für mich übrig? Dann setze ich mich nämlich die nächsten Tage grinsend, strahlend und zufrieden in die Ecke.

Und nun, liebe Leser, aber heraus mit euren Twitterredensarten und -sprichwörtern und philosophischen Twittereien. Es dürfen ruhig auch die kommentieren, die sich sonst nie trauen! Marion, Christoph, Tobias, Veronika, Katl (um nur Beispiele zu nennen)? Ich weiß doch, dass ihr hier lest!

says:

Vielen Dank für diese Aufbereitung. Dank summize habe ich aber gesehen, dass @jati schon vor einem Monat die erste Twitterweisheit unters Volk gebracht hat.

Ich hatte gar nicht mehr verfolgt, was ich da (erneut) angestoßen habe. Das wäre auch einen Beitrag auf twitkrit wert gewesen, wenn ich es überhaupt bemerkt hätte. Aber damit bin ich nun zu spät, was ja auch systemimmanent ist. Die Tweets fließen eben vorbei, wenn man gerade mal nicht vor dem Bildschirm sitzt.

Daraus gelernt:

Wer zu spät summizet, den bestraft das Leben #twitterweisheiten

says:

Ja, das mit @jati hatte ich auch gesehen, aber irgendwie zählt das doch nicht richtig dazu, oder? 😉

Und: wieso zu spät? Fände ich durchaus nett, nochmal auf twitkrit zu lesen, wenn es vielleicht noch etwas ‘humorvoller’ aufbereitet wird… Schließlich ist das Ganze ja auch noch lange nicht zu Ende, sondern findet immer neue Beiträge und Beiträger (und bei mehr Aufmerksamkeit dann sicher noch, noch mehr…)!

says:

ja, es hat spass gemacht, diese tweets zu uebersetzen. als naechstes moeglicherweise: halbuebersetzungen, oder babelfish uebersetzungen – spielereien halt … 🙂

says:

Scienceblogs goes Twitter…

Twitter ist schnell, Twitter ist sexy und Twitter verbindet Menschen. Der Mikro-Bloggingdienst Twitter ist das Szenetool schlechthin. Und ab sofort gibt es bei Twitter auch die neuesten Infos rund um Scienceblogs.de. Zur Info: Twitter ist ein Online-Ko…

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